Weil die Stadt nicht aktiv wurde, stellten Eltern auf Hof Heide in eigener Regie ein Buswartehäusche

Im Trockenen auf Schulbus warten

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Wetterschutz für die vier Schulkinder von Hof Heide; im Bild Jürgen John, Uwe Tenge, Tochter Leona und Mario Götte beim Aufstellen des 1,60 mal 1,60 Meter großen Unterstands an einem Feldweg.Foto: Conny Höhne

Waldeck/Hof Heide - Kinder der Siedlung Hof Heide müssen nicht mehr ungeschützt bei Wind und Wetter auf den Schulbus warten. In Eigeninitiative wurde ein Wetterschutz aus Metall mit Sitzgelegenheiten hergerichtet und direkt neben der Bushaltestelle an einem Feldweg aufgestellt.

Vier Kinder aus der kleinen Siedlung nutzen morgens den Schulbus nach Sachsenhausen. Bei Regen und Sturm schulterten sie immer mürrisch ihre Schulranzen, denn ein Wetterschutz fehlte auf dieser zugigen Höhe. „Bei besonderen Straßenverhältnissen im Winter“ mussten die Schüler auch länger warten, berichtet Uwe Tenge, „das ist draußen ohne Unterstand alles andere als angenehm“.

Eltern treibt zudem die Sorge vor einem Unfall um, denn die Bushaltestelle liegt direkt an der Kreisstraße zwischen Höringhausen und dem Abzweig nach Sachsenhausen. „Da wird immer schnell gefahren“, berichtet der Vater von zwei Kindern. Mit der Bitte um den Bau eines Buswartehäuschens wandte sich seine Frau Daniela vor zwei Jahren an die Stadt Waldeck. Aber der Wunsch wurde abschlägig beschieden. Laut Bürgermeister Jörg Feldmann wurde der Antrag auf Bau einer Buswartehalle kleinster Variante bei Hof Heide vom Ortsbeirat Sachsenhausen befürwortet. Das Projekt kam in die Investitionsplanung für das Jahr 2014, die 9000 Euro dafür wurden jedoch vom Parlament im Rahmen der Haushaltsberatungen gestrichen.

Da wurden die Eltern in Eigeninitiative tätig. Im Bekanntenkreis wurde über das Thema gesprochen. Jürgen John hat für 50 Euro ein Schnäppchen auf einem Schrottplatz erworben. Es ist eine 1,60 mal 1,60 Meter große Konstruktion aus Metall. Sie wurde in Gemeinschaftsarbeit hergerichtet. Mario Götte stellte Holz für Fußboden und Sitzbank zur Verfügung, Farbe für einen Anstrich spendierte eine Firma aus Adorf. So entstand ein schmucker Wetterschutz - klein, aber fein.

Bei einem Arbeitseinsatz wurde das knallgrüne Buswartehäuschen mit dem Charme eines Strandkorbs inzwischen aufgestellt, und zwar einige Meter abseits der Kreisstraße an einem Feldweg.

Die Schulkinder warten in ihrem neuen Wetterschutz mit Blickrichtung auf den herannahenden Schulbus. Leona und ihre drei Freunde nehmen das Schutzdach gerne an. „Jetzt müssen wir endlich nicht mehr im Regen stehen“, freut sich die Schülerin, „und das Häuschen sieht auch noch echt cool aus“.

Von Conny Höhne

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