Edertaler Unternehmen Consolaris Energietechnik am Ende

Trotz Insolvenzantrag läuft Betrieb zunächst weiter

- Gerüchte kursierten schon lange, jetzt ist es amtlich: Der Insolvenzantrag für die Firma Consolaris Energietechnik ist gestellt. Die Geschäfte laufen zunächst weiter.

Consolaris galt als einer der regionalen Marktführer im Vertrieb und in der Installation von modernen Photovoltaik-Anlagen, Systemen für die solare Warmwasserbereitung und zur Heizungsunterstützung sowie im Bereich regenerativer Heizungstechnik.

1996 von Axel Bänsch und Alexander Eyert gegründet war es ein boomendes Vorzeigeunternehmen in der heimischen Wirtschaft. Das Geschäft mit der Sonne war viele Jahre Selbstläufer. Bis zu 100 Mitarbeiter beschäftigte das junge Unternehmen.

2010 wurde es geteilt, die beiden Geschäftsführer gingen getrennte Wege. Eysert betrieb den neuen „entrason Solarpark“ und wollte international operieren. Aber schon vier Monate später meldete er Insolvenz an. Bänsch führte den eigenständigen Zweig „Consolaris Energietechnik weiter“ mit Standorten in Edertal und Frankenberg.

Mit der Kürzung der Einspeisevergütung brach der Umsatz drastisch ein. Strom nicht einspeisen sondern selbst nutzen, darin sah Bänsch eine Chance. Doch Bemühungen um Spezialisierung, Kooperation mit anderen Firmen und der Absatz von Kleinwindkraftanlagen liefen offenbar nicht so erfreulich wie erhofft.

Hinzu kam laut Insolvenzverwalter Dr. Hans-Jörg Laudenbach die schlechte Zahlungsmoral der Kunden. Das Unternehmen blieb auf Forderungen sitzen, darunter ein Schuldner mit einer größeren Summe. Dass der Gang in dieser Woche vor dem Insolvenzgericht endete, „lag sicherlich nicht an der Qualität der Leistungen,“ kommentierte der Rechtsanwalt.

Der Betrieb wird momentan erst einmal fortgeführt, kündigt der Gießener an. „Es gibt laufend Aufträge, und denen kommen wir auch nach.“ Ziel sei es, einen Investor zu finden, der Consolaris Energietechnik übernimmt und weiterführt. „Es gibt schon eine Interessentin.“ Aktuell sind laut Laudenbach elf Mitarbeiter bei Consolaris beschäftigt. Sie hätten in den monaten Juli und August kein Gehalt erhalten, sagte er gegenüber der WLZ-FZ. Der Rechtsanwalt rechnet damit, dass das Insolvenzverfahren zum 1. November eröffnet werden kann.

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