Barrierefreier Weg durch Wildschweingehege im Wildtierpark Edersee

Auf Tuchfühlung mit Frischlingen

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Edertal-Hemfurth/Edersee - Keiler, Bache und Frischlinge aus nächster Nähe erleben - das ermöglicht ein barrierefreier Rundweg durch das Wildschweingehege im Wildtierpark Edersee. Rechtzeitig zum Saisonbeginn vor Ostern soll die Serpentinen-Trasse fertig sein.

Bisher konnten die 25 „Schwarzkittel“ nur vom Hauptweg aus beobachtet werden. Aber wenn sich die lauffreudigen Borstentiere abseits des Zauns auf dem sechs Hektar großen Gelände im Morast suhlten, dann hatten Besucher kaum Chancen, einen Blick zu erhaschen. Ein 350 Meter langer Weg soll laut Nationalparkleiter Manfred Bauer „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“. Der engere Kontakt zu den Tieren steigert den Erlebniswert. Gleichzeitig geht es im Gegensatz zu dem steileren Hauptweg künftig barrierefrei über Serpentinen aufwärts. Familien mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrern werde damit auch der Zugang zu den anderen Tierarten wie Wolf oder Luchs und zur Greifvogelschau erleichtert.

„Eine Trennung zwischen Wildschweinen und Besuchern wird es weiterhin geben“, stellt Bauer klar. Rechts und links des Weges sollen Zäune direkte Begegnungen mit ausgewachsenen Borstentieren verhindern und unvorsichtiges Streicheln unterbinden. „Der Sicherheitsaspekt ist für uns ganz wichtig“, betont Wildparkleiter Albert Hernold. Versucht werde jedoch, einen direkten Kontakt von Gästen und Frischlingen zu ermöglichen. Ein sogenannter „Frischlingsrechen“ lässt nur die Jungtiere in die Besucherzone.

Durchlässe von einem Meter Durchmesser stellen sicher, dass die Schweine unter Fußgängerbrücken hindurch wie in einem Tunnel von der einen auf die andere Seite wechseln können. Eine „Insel“ mit Sitzbänken soll Jung und Alt zum Beobachten und Verweilen einladen.

Bei den Kosten in Höhe von insgesamt 150 000 Euro unterstützt der Verein Freunde und Förderer des Wildparks die Nationalparkverwaltung mit rund 40 000 Euro. Bürgermeister Wolfgang Gottschalk als Vorsitzender des Fördervereins verweist auf die Bedeutung des touristischen Aushängeschilds mit jährlich rund 145 000 Besuchern.

Der Förderverein beteilige sich auch an dem in diesem Jahr vorgesehenen Umbau des Wildkatzengeheges. Als weitere Attraktion ist darüber hinaus ein Waldsofa geplant. „Es wird eine Gerüche-Küche“, kündigt Nationalparkleiter Bauer geheimnisvoll an.

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