SPD-Fraktionschef kontert Vorwürfe der FDP

„Unverschämt, infam“

Bad Wildungen - Als „eine Unverschämtheit“ und „infam“ bezeichnet SPD-Fraktionsvorsitzender Walter Mombrei die Vorwürfe der FDP, Sozialdemokraten und CDU betrieben Klüngelwirtschaft beim „Haus Oestreich“ und dem Allee-Busparkplatz.

Mombrei erläutert, wie der Beschluss einer großen Parlamentsmehrheit zustande kam, der Gesellschaft Scholz aus Wetzlar das Oestreich-Grundstück nicht zu verkaufen – obwohl der Magistrat sich zuvor mit großer Mehrheit dafür entschieden hatte. Scholz habe bei einem Treffen mit allen Stadtverordneten zum Thema nicht überzeugend genug dargelegt, dass seine Familie die neue Immobilie im Scharnier auf Dauer selbst behalte. In den Hinterköpfen der Stadtverordneten sitzen die Erfahrungen mit der Fürstengalerie fest, von der sich Projektentwickler Scholz damals noch vorm Spatenstich zurückzog. Auch architektonisch habe der Entwurf Scholz die große Mehrheit der Stadtverordneten nicht überzeugt, da das Dachgeschoss zu einem Vollgeschoss ausgebaut werden sollte und in seiner Dimension deshalb nicht in das Ensemble gepasst hätte, fügt Mombrei hinzu. Die Frage ist, ob der Ansatz der SPD aus der Parlamentssitzung eine Chance auf Verwirklichung hat: Der Interessent Stuhlmann kauft das Grundstück Oestreich; die Interessengruppe Nawrotzki, Ochs, Gehring kann dafür ihre groß angelegten Pläne auf dem Stuhlmann’schen NKD-Grundstück umsetzen. Nach Mombreis aktuellem Eindruck läuft es darauf zu, dass Stuhlmann vom Parlament den Zuschlag für das Areal Oestreich ohne Verknüpfung beider Projekte erhält. Im April oder Mai falle die Entscheidung. Unter diesen Umständen erwarte die SPD von Stuhlmann eine Planung für die beiden Grundstücke, die optisch und inhaltlich einen zusätzlichen Gewinn für das aufwendig umgestaltete, wertvolle Scharnier bringt. Für völlig absurd hält Mombrei die weiter gehenden Vorwürfe der FDP, die großen Parteien wollten die Frage Oestreich mit dem Busparkplatz an der Tourist-Info zum Nutzen von Parteifreunden verbinden. „Wir unterstellen FDP-Chef Charalampidis ja auch nicht, dass er mit seiner Itzel-Politik eigene Interessen verfolgt, weil ihm dort ein Grundstück gehört“, betont Mombrei. In der CDU gebe es sogar Fraktionsmitglieder, die gegen den Herkules-Umzug und die Aldi-Erweiterung stimmten, obwohl sie sich damit selbst das Vermarkten von Immobilien an der Itzel erschwerten.Die SPD stehe zu einer Verwertung des Allee-Parkplatzes. Klar sei, dass bei einer Überbauung genug Parkplätze für Pkw und ein Teil der Bus-Stellplätze erhalten bleiben müssten. Mombrei ordnet die Frage der Stadtentwicklung an diesem Ort in einen Zusammenhang mit dem inzwischen fast leer stehenden Wildunger Bahnhof ein.

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