Edertal

Urteil im Babymord-Prozess ist rechtskräftig

- Edertal/Karlsruhe. Wegen der Ermordung ihres neugeborenen Babys bleibt eine zu lebenslanger Haft verurteilte Edertalerin im Gefängnis.

Der Bundesgerichtshof wies die Revision der 33- Jährigen gegen ein Urteil des Landgerichts Kassel am Donnerstag zurück. Die Frau hatte die Schwangerschaft vor ihrem Partner verheimlicht und das Baby im Oktober 2007 unter falschem Namen in einem Krankenhaus in Fritzlar zur Welt gebracht. Einen Tag später verließ sie heimlich die Klinik mit dem Kind und tötete das Baby. Nach Überzeugung des Landgerichts beging sie die Tat aus niedrigen Beweggründen, da sie mehr Zeit für ihren Mann und ihre Hobbys - die Jagd und die Hundezucht - haben wollte. Der BGH musste sich nicht zum ersten Mal mit dem Fall auseinandersetzen. Bereits im November 2008 hoben die Karlsruher Richter ein erstes Urteil des Landgerichts auf, das die Frau zunächst wegen fahrlässiger Tötung zu einer Haftstrafe von acht Monaten verurteilt hatte. Die Kammer habe nicht ausreichend untersucht, ob es sich bei der Tat um ein vorsätzliches Tötungsdelikt gehandelt habe, hieß es damals. Im Revisionsverfahren setzte sich dann die Staatsanwaltschaft mit ihrer Forderung nach einer lebenslangen Haft wegen Mordes durch. Der BGH verwarf eine erneute Revision als unbegründet. Es hätten sich bei der Prüfung keine Rechtsfehler zum Nachteil der Frau ergeben. Das Urteil ist damit rechtskräftig. (r)

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