Eule im Wildtierpark Edersee mit 15 Jahren tot in Voliere gefunden

Vermutlich Infarkt - Uhu Heinrich tot

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Uhu Heinrich ist gestorben

Edertal-Hemfurth-Edersee - Die Greifenwarte und mit ihr der Wildtierpark Edersee haben einen ihrer Stars verloren: Uhu Heinrich wurde tot in seiner Voliere gefunden. 15 Jahre war er alt.

„Zwei Millionen mal ist er sicherlich von den Besuchern unserer Flugschauen gestreichelt worden“, schätzt Falkner Ludger Kluthausen. Nicht nur im Park, sondern auch auf drei Hessentagen nahm die große Eule Tierfreunde für sich ein.

Heinrich war einer der ersten Vögel, mit denen die Warte 1997 im Wildpark hoch über dem Edersee an den Start ging. Wie ehedem auch bei Rothirsch Janosch, faszinierte speziell die jungen Gäste, wie nah sie dem Wildtier kommen und es sogar berühren konnten: Für einen kurzen Moment durfte sich jeder in so einer Begegnung fühlen wie Dr. Doolittle.

Die Falkner angebalzt

„Die Gelassenheit, die Heinrich im Zusammentreffen mit den Besuchern an den Tag legte, war das Besondere an ihm. Jeder Vogel ist anders und es kann sein, dass wir zwei, drei Uhus mit der Hand aufziehen müssen, bevor wieder einer wie Heinrich dabei ist“, erläutert Kluthausen. Als wenige Wochen altes Küken kam das Eulenmännchen damals aus dem Wildpark Lüneburger Heide an den Edersee. Kluthausen und sein Team zogen Heinrich von Hand auf. „Anders ist eine solche Zutraulichkeit zu Menschen nicht zu erreichen“, erklärt der Falkner.

In freier Wildbahn leben Uhus treu als Paar mit einem Partner zusammen. Bei Handaufzuchten nimmt der Mensch aus der Vogelperspektive zunächst die Rolle der Eltern und später die des Partners ein. „Heinrich hat uns angebalzt, mit einem anderen Uhu hätte man ihn nicht vergesellschaften können“, sagt Kluthausen. Umgekehrt ließe sich ein erwachsener Uhu nicht so an Menschen gewöhnen, dass Fremde ihn streicheln könnten. Anders als Heinrich würde eine solche Eule sehr nervös reagieren, Unruhe zeigen und versuchen, vom Arm des Falkners wegzuspringen.

Lücke nicht zu schließen

„Die Lücke, die Heinrich hinterlässt, ist darum im Programm nicht so einfach zu schließen und schon gar nicht zum Start im Frühjahr“, sagt Ludger Kluthausen. Denkbar wäre auf mittlere Sicht, Schleiereulen als neue Flieger ins Programm mit aufzunehmen, damit die faszinierende Greifvogelgruppe der Eulen vertreten ist. Doch die neuen gefiederten Mitarbeiter müssten erst trainiert werden. Bis dahin bleibt die Starrolle in der Show allein den beiden Gänsegeiern „Ernie“ und „Bert“ vorbehalten.

Zwei Schwächeanfälle zuvor

Mit seinen 15 Jahren hatte Heinrich kein hohes Alter für einen Uhu in Gefangenschaft erreicht. „Sie können in menschlicher Obhut leicht bis zu 30 Jahre alt werden“, erzählt Kluthausen. Dennoch kam der Tod der Eule nicht völlig überraschend. Zweimal in den zurückliegenden Jahren hatte er Schwächeanfälle erlitten. „Er saß auf dem Boden und wirkte wackelig. Das bemerkt aber nur jemand, der einen solchen Vogel kennt“, berichtet der Falkner.

Beide Male erholte sich Heinrich wieder. Ludger Kluthausen geht davon aus, dass das Tier damals Herzinfarkte hatte und nun einen weiteren nicht mehr überlebt hat.

Ausstopfen kein Thema

Präparieren lassen ihn die Falkner übrigens nicht, wie es in der Vergangenheit mit anderen Tieren des Parks geschah. „Nein, das kommt nicht in Frage“, unterstreicht Kluthausen. Ohnehin existieren ungezählte Bilder vom Publikumsliebling, nicht nur in privaten Fotosammlungen, sondern auch in den Archiven von Falknerei, Wildtierpark und Nationalpark.

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