Förderverein zum Erhalt der Dorfstelle Berich will 2013 Ruinen sanieren

Versunkenes Dorf ein Puzzle aus Geröll

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Auf dem ausgebauten Weg zur Dorfstelle Berich präsentieren Mitglieder des Fördervereins im Beisein von Bürgermeister Jörg Feldmann und Lisa Küpper vom Kellerwaldverein Pläne zur Sanierung der Grundmauern

Waldeck - Der Weg zur alten Dorfstelle von Berich ist asphaltiert. Bei Niedrigwasser im Herbst 2013 will der Förderverein mit der Sanierung der Ruinen im Edersee-Atlantis beginnen.

Für die 10 000 Euro, die das Stadtparlament im Frühjahr locker machte, ist der vorhandene Pfad am Denkmal ausgebaut und mit einer Asphaltdecke überzogen worden. Ein Höhenunterschied von 8,50 Metern ist laut Bauamtsleiter Heinz Grass auf dem 40 Meter langen Weg zu bewältigen. „Darauf können Besucher die Dorfstelle sicherer erreichen, und die Helfer haben die Möglichkeit, Baumaterialien zu den Grundmauern zu transportieren“, erläuterte Ortsvorsteher Uwe Neuschäfer. Die notwendigen Genehmigungen von Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sowie der Unteren Wasserbehörde für die Sanierung der Ruinen liegen vor. Wegen der fortgeschrittenen Jahreszeit wird erst in 2013 damit begonnen – vorausgesetzt, der Wasserstand lässt dies zu. „Niemand soll für unsere Arbeit Wasser aus dem See ablassen“, stellt Altbürgermeister Peter Brandenburg als Vorsitzender des Fördervereins zum Erhalt der Dorfstelle Berich klar.

Bereits vor über 20 Jahren seien Pläne zur Sanierung der Grundmauern mit Denkmalschützern gereift, erinnerte Brandenburg. Zur Umsetzung sei es jedoch nicht gekommen. Der stete Wellenschlag hat an den Bauwerken seine Spuren hinterlassen. Von der versunkenen Kirche sind nur noch Steinhaufen übrig, Teile von Grundmauern der Häuser sind nicht mehr zu erkennen. – Eine Puzzlearbeit für den Förderverein.

Auch der Entwicklungsgruppe Region Kellerwald ist es ein Anliegen, alte Dorfstellen sichtbar zu machen, betonte Geschäftsführerin Lisa Küppers und signalisierte Zuschüsse aus dem Leader-Programm. Eine Machbarkeitsstudie der drei Edersee-Anrainer-Gemeinden sei angestoßen. Der Förderverein will die Ruinen in Berich mit erheblicher Eigenleistung wiederherstellen und erhalten. Dieses Engagement war laut Bürgermeister Jörg Feldmann auch ausschlaggebend für den Wegebau durch die Stadt. Das Parlament unterstütze den eigens gegründeten Förderverein, „der hier etwas Tolles hinstellen will.“

Hintergrund

Der Förderverein zum Erhalt der Dorfstelle Berich will nach und nach Grundmauern des versunkenen Dorfs rekonstruieren. Da die Arbeiten nur bei Niedrigwasser ausgeführt werden können, ist an ein Bauwerk pro Jahr gedacht, das eingemessen und dann bis zu einer Höhe von 50 Zentimetern aufgebaut werden soll. Kalkulierte Kosten: 2500 Euro pro Haus.

Tafeln sollen informieren, welche Familien dort lebten. Zum Jubiläum der Edertalsperre in 2014 soll das erste aufgemauerte Gebäude stehen. Die ursprüngliche Idee, mit der Klosterkirche zu beginnen, wurde verworfen. Aus den Steinhaufen die tragenden Elemente des Gotteshauses zusammenzutragen – das wäre gerade zum Auftakt eine zu große Herausforderung.

Der Förderverein zählt derzeit 20 Mitglieder, weitere Unterstützer sind willkommen. Kontakt: Ortsvorsteher Uwe Neuschäfer, Tel. 05623/5299.(höh)

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