Neue Kooperation zwischen Viessmann-Berufsschule und Asklepios-Bildungszentrum

Mit Vertrag und Vergütung zur Mittleren Reife

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Sie werben für ein in Hessen einmaliges Ausbildungsmodell: die Mittlere Reife und zugleich den Abschluss in der Krankenpflegehilfe zu erlangen: Carsten Placht, Leiter der Hans-Viessmann-Schulen (HVS),..., Wilhelm Bauer, HVS-Abteilungsleiter Wildungen, Mizrab Akgöz, Leiter des Asklepios-Bildungszentrums, seine Stellvertreterin Michaela Grebe, die Lehrkräfte Andrea Großmann und Ulrich Barckhausen vom Bildungszentrum.Foto: Schuldt

Bad Wildungen - Hauptschüler haben in Bad Wildungen ab Herbst eine in Hessen einzigartige Wahl: Sie können den Weg zur mittleren Reife an der Berufsschule mit einer Ausbildung kombinieren. Die Viessmann-Schule und das Asklepios-Bildungszentrum kooperieren zu diesem Zweck und erhielten vor wenigen Tagen die Genehmigung vom Ministerium.

Schulleiter Carsten Placht und Mizrab Akgöz, Leiter des Bildungszentrums, stellten das neuartige Modell vor. Das Angebot richtet sich an Jugendliche mit Hauptschulabschluss, die ihre Zukunft im Gesundheitssektor suchen. Das Projekt umfasst eine zweijährige Ausbildung, an deren Ende sowohl die mittlere Reife als auch der Abschluss in Krankenpflegehilfe stehen.

Engere Verzahnung von Theorie und Praxis

Die Verzahnung zwischen der theoretisch geprägten Ausbildung an der Hans -Viessmann-Schule und den praktischen Elementen am Asklepios-Bildungszentrum ermöglichen Hauptschulabsolventen eine weitere schulische Laufbahn bei gleichzeitiger Vorbereitung aufs Berufsleben. „Wegen der großen Schnittmenge der theoretischen Inhalte hält sich die Belastung trotz zweigleisiger Ausbildung in einem schülerfreundlichen Rahmen“, erklärt Carsten Placht. Einen wesentlichen Vorteil der Kooperation sieht er in einem deutlich erhöhten praktischen Anteil. Während die Berufsfachschüler bislang oft lediglich ein vierwöchiges Praktikum zum Kennenlernen ihres angepeilten Berufes im Gesundheitssystem leisteten, fließen nun breitflächig praktische Erfahrungen ein.

Die Jugendlichen können sich ein exakteres Bild von ihrer späteren Beschäftigung machen, „wodurch die Zahl der abgebrochenen Ausbildungen verringert werden kann“, ist Placht überzeugt. Der Leiter der Viessmann-Schulen betrachtet die Berufsschulen auch als Dienstleister für die Unternehmen der Region.

Nicht zuletzt an diesem Punkt setzt die Kooperation mit dem Asklepios-Bildungszentrum an. „Der Fachkräftemangel und die fehlenden Bewerber waren in den letzten Jahren auch bei uns zu spüren“, sagt Leiter Mizrab Akgöz.

Gerade für Bad Wildungen sei die Förderung von Nachwuchs in Gesundheitsberufen extrem wichtig. Mit der vereinbarten Kooperation möchte Akgöz junge Menschen abholen, sie für Berufe im Gesundheitssektor begeistern „und sie hochwertig auf ihre Zukunft vorbereiten.“ Vorteile für Schüler liegen aus seiner Sicht in der langjährigen Erfahrung des Bildungszentrums mit der Ausbildung zu Pflegeberufen.

Zudem sollen alle Teilnehmer einen Ausbildungsvertrag inklusive Ausbildungsvergütung erhalten. Einen zusätzlichen Anreiz sieht er in den Wohnmöglichkeiten und der räumlichen Nähe aller für das Projekt wichtigen Einrichtungen, wie der Schule und den Kliniken.

Mehr als 25 Hauptschulabsolventen haben sich bei der Viessmann-Schule für die Berufsfachschule für medizinisch-technische und krankenpflegerische Berufe angemeldet, um ihre Mittlere Reife zu erlangen. Placht und Akgöz hoffen, viele von ihnen für das neue Konzept zu gewinnen. 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind das angestrebte Ziel. Allerdings sei man gerade zu Beginn froh um jeden Jugendlichen, der sich für die neue zweigleisige Ausbildung entscheide.

Zwar liegt das Haupteinzugsgebiet im Bereich Bad Wildungen, doch möchten die zwei auch im restlichen Landkreis und der Nachbarschaft mit dem Modell überzeugen. Ausbildungsbeginn ist der 1. September 2015. Infos und Anmeldung ab sofort an der Viessmann-Schule und im Asklepios-Bildungszentrum.

Von Janis Schuldt

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