Selbach

Viadukt in "Geschenkpapier" verpackt: 32000 Kubikmeter Gerüst

- Waldeck-Selbach (höh). Die ersten Brückenbögen des Selbacher Viadukts sind eingerüstet. Die 178 Meter lange Brücke auf der stillgelegten Eisenbahnstrecke wird saniert und ausgebaut für den Radweg von Korbach ins Edertal.

Die 28 Meter hohe Reiherbachbrücke mit ihren sieben Bögen ist das mit Abstand größte Bauwerk auf dem Radweg auf der alten Eisenbahnlinie von der Kreisstadt bis nach Buhlen.

Eine Spezialfirma aus Paderborn, die sonst meist bei Kirchen und großen Industriegebäuden angefordert wird, rüstet die Brücke vom Boden bis über das Geländer ein. Etwa sieben Wochen dauert es, bis das Gerüst steht und perfekt dem Bauwerk angepasst ist, schätzt Projektleiter Thomas Isack.

Damit das Arbeits- und Traggerüst auf sicherem Boden steht, gingen dem Gerüstbau bereits aufwendige Gründungsarbeiten voraus, insbesondere im Bereich des Reiherbachs. Um Baumaterial schnell und sicher in schwindelnde Höhen zu transportieren, werden Lastenaufzüge an die Brückenpfeiler montiert. Das komplette 32 000 Kubikmeter umfassende Gerüst soll in zwei Wochen fertig sein. Auffallend ist die weiße Kunststoff. Von weitem sieht es aus, als hätte Verpackungskünstler „Christo“ seine Hände im Spiel – das Selbacher Viadukt in Geschenkpapier gekleidet.

Laut Isack handelt es sich um ein Strahlnetz mit hoher Festigkeit, damit aus den Fugen ausgebrochener Mörtel und lose Steine nicht unkontrolliert nach unten fallen. 8500 Quadratmeter Strahlnetz werden verbaut – und zwar nur an den Stellen, wo auch gearbeitet werden muss. „Ansonsten hätten wir ein Riesensegel“, verweist der Projektleiter auf die Windangriffsfläche. Das Gerüst bleibt bis zum Frühjahr stehen.Für Unterbau und statische Sicherung zeichnet eine Sanierungsfirma aus Kassel zuständig, die eng zusammen arbeitet mit dem Denkmalschutz. Laut Bauleiter Dieter Jordan werden die Fugen im Mauerwerk erneuert und Anker eingebaut, wo es notwendig ist. Das Mauerwerk aus Sandstein wird mit Kalkmörtel neu verfestigt. Als Bauzeit wurden 18 Monate angesetzt.

Die Korbacher Firma Fisseler baut in aussichtsreicher Höhe die Fahrbahn für den neuen Radweg.

Mehr lesen Sie in unserer gedruckten Ausgabe am Donnerstag.

220018

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