Bad Wildungen: Emotionale Debatte um Scharnierpläne

Um wie viel Geld geht’s nun eigentlich ?

- Bad Wildungen (su). Zeter und Mordio statt Weihnachtsfrieden im Planungsausschuss wegen der Scharnierpläne und -kosten. Eine hitzige Diskussion mit chaotischen Zügen, durchsetzt von pathetischen Appellen.

Klar gezogen immerhin die Fronten zwischen den Fraktionen: hier die Koalition von SPD, Grünen und FDP, dort die Vertreter von CDU und Freien Wählern. Die Maximalposition der Koalition: Trotz Kostensteigerung um 900 000 Euro lautet die Parole „Augen zu und durch“. Abspecken ginge an die Qualität. Man wolle aber „keinen Flickenteppich“ (Jürgen Graul/FDP), „kein Stückwerk“ (Klaus Stützle/Grüne).

Die Maximalposition der Opposition: Keinen Euro mehr als die von Beginn an als Obergrenze festgelegten rund 2,3 Millionen Euro (Gesamtbrutto inklusive Mehrwertsteuer und aller Baunebenkosten). „Baut mir das so und ich bin einverstanden“ (Oliver Syring/CDU). „Wir müssen dem Bürger beweisen, dass wir das für dieses Geld hinbekommen“ (Dr. Hans Schultheis/FWG).

Jenseits dieser Klarheit gab es großes Gezerre um die Interpretation von Zahlen, Planungs- und Ausschreibungsverfahrensdetails, Flächenberechnungen, bautechnische Standards und vieles mehr. Klaus Schroll vom Planungsbüro Sinai versuchte zu erklären, weshalb die Kostenberechnungen für die ausgearbeiteten Pläne 900 000 Euro höher ausfallen als im Wettbewerbsentwurf des Büros angesetzt. Sein Kernargument und das der Wildunger Bauverwaltung: Im Verlauf des Planungsprozesses, an dem Politiker, Wildunger Wirtschaft, Verwaltung, Bürger und Büro beteiligt waren, sind Ansprüche formuliert worden, die mehr Geld kosten. Poststraße und Teile des Breiten Hagens seien außerdem neu in die Planung aufgenommen worden.

Kann nicht sein, hielt Syring dagegen: „Im Wettbewerbsentwurf waren 14 000 Quadratmeter beplant. Weil wir in der Summe Flächen herausgenommen haben, sind noch 11 000 Quadratmeter übrig geblieben.“ Da könnten die Kosten unmöglich so stark ansteigen. Das komme ja einer Verdoppelung gleich, auf den Quadratmeter gerechnet. In der emotional geführten Debatte gelang es weder der Verwaltung noch dem Büro, diesen Widerspruch aufzuklären.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Freitag, 16. Dezember.

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