Bad Wildungen

Viele vermissen den Sternenhimmel

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- Bad Wildungen (su). Die beiden Kurhaussäle werden vermisst, trotz der Wandelhalle.

Kurz kam das Thema in der vergangenen Stadtverordnetensitzung zur Sprache. Die Tanzschule Mundhenke sucht nach einem Ort, wo sie ihre Abschlussbälle ausrichten kann. „200 Jugendliche haben sich aktuell zu den Tanzkursen angemeldet“, erklärt Dirk Mundhenke. Wenn allein die Eltern zu den Abschlussbällen kämen, bräuchte er also Kapazitäten für 600 Personen. Zumeist möchten weitere Verwandte oder Bekannte teilnehmen. Für so eine große Zahl von Gästen ist weder die Wandelhalle geeignet noch das Maritim-Badehotel.

In der Wandelhalle schränken Brandschutzvorschriften beim Stellen der Tische die Möglichkeiten zusätzlich ein. Mundhenke überlegt derzeit, wie er das Problem löst. Mehrere Bälle? Das triebe die Kosten nach oben. Eine denkbare Variante: gemeinsam mit einer Fritzlarer Tanzschule einen XXL-Abschlussball in der Stadthalle Baunatal zu veranstalten. Am liebsten wäre Mundhenke aber, er könnte weiterhin das Kurhaus nutzen. „Der Trakt mit den Sälen ist doch in Ordnung. Warum trennt man ihn nicht vom Rest ab und betreibt das Kurhaus in kleinerer Form weiter?“, fragt er sich.

Die Anlage mit der Bühne und den Orchestergraben sei in Nordhessen einzigartig. Die aktuelle Situation: Kämmerer Günther Gutheil hat einen Kostenvoranschlag für die nötigsten Sanierungen erarbeiten lassen. 300 000 Euro sind veranschlagt. Die Summe erscheint allerdings niedrig gegriffen, stellt man in Rechnung, dass ein 30 Jahre alter Gebäudekomplex nicht nur beim Brandschutz auf den modernen Stand der Technik gebracht werden müsste, sondern eigentlich eine komplett neue Haustechnik bräuchte, von der Elektrik über Lüftung und Heizung bis zu Wasser und Abwasser.

Nicht von ungefähr versucht die Stadt deshalb, das Kurhaus zu verkaufen. Das erklärte Ziel dabei lautet, die Säle für die Öffentlichkeit zu erhalten. Der Wildunger Architekt Bernd Gehring kennt das Kurhaus gut: „Die Bausubstanz ist in Ordnung“, sagt er. Für das Objekt sieht er gute Vermarktungs‑chancen, unter anderem wegen des intakten Parkhauses. Ob die Säle erhalten werden können, hängt aus seiner Sicht entscheidend von einem entsprechenden Nutzungskonzept ab, das ein Investor mitbringen müsste.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 17. September.

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