Info-Zentrum, Führungen und Seilbahn stehen bei Eon auf dem Prüfstand

Im Visier der Kostenkontrolleure

Edertal-Hemfurth. - 100 Jahre Sperrmauer – das Jubiläumsjahr 2014 könnte in Bezug auf Tourismusmarketing ein Datum der Tristesse markieren. Aktuelle Hiobsbotschaft aus der Eon-Zentrale: Besucherzentrum und Seilbahn stehen auf dem Prüfstand.

Das bestätigte die Pressesprecherin von Eon-Erzeugung, Petra Uhlmann, gestern auf WLZ-FZ-Anfrage. Angesichts einer „schwierigen Marktsituation“ nach dem Ausstieg aus der Kernenergie sei es kein Geheimnis, dass Eon die Kosten senken müsse.

Der Konzern gab vor einiger Zeit die Streichung von 6000 Stellen bekannt. Befristete Verträge werden nicht verlängert. Zigtausende Neugierige tummeln sich jährlich in den Besucherzentren des Konzerns, 40 000 davon im vergangenen Jahr am Edersee.

Ein Kostenfaktor von schwer ausrechenbarem Nutzen für das Energieunternehmen. „Wir arbeiten an einem neuen Konzept für Kommunikation und Information“, erklärt Petra Uhlmann. Bis Ende 2014 soll es vorliegen. Klar ist bereits, dass die Besucherzentren der Atomkraftwerke Ende 2012 schließen, für die Zentren der konventionellen Kraftwerke stehe das wohl ebenfalls bald an.

Die Einrichtung am Edersee bleibt von all dem nicht verschont. So viel ist sicher. Bis Ende 2014 sei ihr Bestand zwar garantiert, fügt die Pressesprecherin hinzu, doch es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es früher zu Einschränkungen komme. Und danach Konkrete Antworten noch nicht möglich.

Ähnliches gilt für die Seilbahn, wobei diese bekanntlich eine Zwangspause einlegen muss, wenn die Bauarbeiten an der zweiten Kaverne im Energieberg Peterskopf tatsächlich beginnen. Touristenverkehr verträgt sich nicht mit einer Großbaustelle auf dem Peterskopf. Allerdings steht ein positiver Beschluss des Eon-Vorstands zu dem Großprojekt aus, während die Vorbereitungsarbeiten nach Angaben von Eon-Wasserkraft-Pressesprecher Christian Orschler weiter auf Hochtouren laufen. Auch hier wirken sich die Unklarheiten der Energiewende aus.

Unabhängig davon kann die Eon die Seilbahn vor 2020 zwar nicht aufs Abstellgleis schicken, weil der Konzern sich vertraglich gebunden hat. Das geschah vor einigen Jahren im Zuge der Sanierung, in die öffentliche Gelder geflossen sind.

Doch ob der Vertrag auch die Häufigkeit der Fahrten oder die Zahl der Öffnungstage regelt, dazu wollte sich Pressesprecherin Petra Uhlmann nicht äußern...

Wie auch immer: Der Druck auf das Edertaler Parlament und den künftigen Bürgermeister steigt, die Chance des Jahrhundertjubiläums nicht sang- und klanglos verstreichen zu lassen. Neue Ideen wie ein Sperrmauermuseum setzen Schimmel an und bewährte Anlaufpunkte für Besucher schwächeln. Nur noch knapp eineinhalb Jahre bis zum großen Geburtstag des wichtigsten Edertaler Wahrzeichens...

Kommentare