Edertal

Wald der Generationen gepflanzt

+

- Edertal-Wellen (dg). Welche Auswirkungen hat der weltweite Klimawandel auf unsere heimischen Wälder? Wird es unseren Bäumen langsam zu heiß? – Mit diesen Fragen beschäftigte sich Eberhard Leicht, Leiter des Forstamts Vöhl, in einem Vortrag im Wellener Dorfgemeinschaftshaus, zu dem rund 40 Bürger kamen. Nach Worten folgten Taten: Die Wellener pflanzten einen Wald der Generationen.

„Unsere Wälder sind stark geprägt vom Fichtenanbau der letzten Jahrzehnte. Diese garantierten eine wirtschaftliche Stabilität durch den Verkauf zur Möbelherstellung und Kaminholzverarbeitung. Allerdings braucht der Fichtenbaum sehr viel Wasser und ist dadurch den Klimaveränderungen in Zeiten der Erderwärmung nicht gewachsen“, erklärte Leicht. Doch welche Bäume eignen sich für die Zukunft? Das sind, so Leicht, vor allem verschiedene Stadt- und Straßenbäume, die in einem sogenannten Stresstest gegen Trockenheit, Streusalze, Abgase und Nährstoffmangel gezeigt haben, dass sie diesen hohen Belastungen standhalten. Zum Beispiel der Ginkgobaum, die Gleditschie oder die Hopfenbuche.

Weiterhin eignen sich auch die Roteiche, die Schwarzkiefer und die Elsbeere, die 2011 zum „Baum des Jahres“ gekürt wurde. Bei zukünftigen Waldpflanzungen ist besonders wichtig, dass Mischwälder mit verschiedenen Baumarten entstehen, um die Vielfalt der Pflanzenwelt zu gewährleisten. Gemeinsam handeln – aktiv gestalten! – Unter diesem Motto luden „Hessen-Forst“ und der Verein „Wir Wellener“ am Sonntag zu einer Baumpflanzaktion an der Heinrichshütte ein, um den Worten aus dem Vortrag Taten folgen zu lassen.

„In dem umliegenden Gebiet soll ein Mischwald entstehen mit verschiedenen Baumarten, die den Anforderungen in Zeiten des Klimawandels gewachsen sind“, erklärt der Wellener Revierförster Franz-Josef Göllner. Als Zeichen der Generationen-Verantwortung wurde zusätzlich der Baum des Jahres 2011, die Elsbeere, gepflanzt. Der Laubbaum, der bis zu 20 Meter hoch werden kann, verträgt Wärme und Trockenheit besser als viele andere Baumarten und gilt somit als ein Baum der Zukunft.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Dienstag, 12. April

Kommentare