Witold und Martina Briele setzen auf möglichst viele Produkte aus der Region

Wellener erhalten heute ihren Dorfladen zurück

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Martina und Witold Briele eröffnen heute den Wellener Dorfladen wieder und setzen bewusst auf möglichst viele regionale Waren, wie Milchprodukte aus Ober-Werbe.

Edertal-Wellen - Heute bekommen die Wellener ihren Dorfladen zurück. Nach der Schließung vor einigen Monaten hatte der Ortsbeirat mehrere Varianten durchgespielt, um das Angebot zu retten. Unter anderem wurden die Gründung einer Genossenschaft oder eines Trägervereins besprochen.

Durch Zufall ergab sich eine andere Lösung. Wellens frühere Ortsvorsteherin Karin Kluth erfuhr im Gespräch am Gartenzaun davon, dass Martina Briele auf Jobsuche ist und schlug ihr spontan vor, wegen des Dorfladens mit dem Ortsbeirat Kontakt aufzunehmen.

Nach den ersten Sondierungen, reiflicher Überlegung und ausführlicher Vorbereitung übernimmt Martina Briele gemeinsam mit ihrem Mann Witold nun den Laden in eigener Regie und Verantwortung. Ein solch kleines Tante-Emma- Geschäft in der heutigen Zeit zu betreiben, ist keine leichte Übung.

„Das beginnt bei der Beschaffung der Ware“, sagt die ausgebildete Kauffrau. Lkw von Verbünden wie Edeka fahren kleine Läden auf dem Land schlicht nicht mehr an, sofern keine Altverträge bestehen. Die Mindest-Abnahmemengen bei solchen Zusammenschlüssen liegen so hoch, dass den kleinen Händlern die entsprechenden Lagerflächen fehlen. „Wir haben uns im Internet erkundigt, wie andere Dorfläden arbeiten, und anschließend den Laden in Kleinern besucht“, berichtet Martina Briele. Wertvolle Tipps sammelten die beiden auf diese Weise ein, auch von Einrichtungen wie dem Kellerwaldverein.

Beispielsweise wurde das Wellener Paar auf eine kleine Ober-Werber Molkerei aufmerksam und lässt sich von dort Milch und Milchprodukte liefern. Eine Wildunger Bäckerei steuert Brot, Brötchen und andere Backwaren bei. Wurstprodukte stammen aus einer Edertaler Metzgerei und Kartoffeln möchte der Dorfladen aus dem eigenen Ort beziehen. Gleiches gilt für den Honig und Eier kommen in ähnlicher Weise aus der Nachbarschaft.

Im Laden sollen möglichst viele Produkte aus der Region zu finden sein.

Gemeinsam mit den Kunden wollen Witold und Martina Briele das Sortiment nach und nach der Nachfrage anpassen. Es gilt, einen Spagat zu vollführen zwischen Kundenanforderungen und den Möglichkeiten eines kleinen Geschäfts.

Das Dorf erhält mit Blick auf den demografischen Wandel eine wichtige infrastrukturelle Einrichtung zurück. Auch der Schaukasten der Dorfbörse, der nach der Schließung des Geschäfts Anfang des Jahres verwaist geblieben war, kann nun seine Funktion wieder aufnehmen, hofft der Ortsbeirat.(su)

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