Drei Privatinvestoren wollen am Affolderner Info-Point ein „verrücktes Haus“ bauen

Die Welt mal eben auf den Kopf gestellt

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Auf der Wiese vor dem Affolderner Info-Point soll nach Vorstellung dreier heimischer Investoren ein „verrücktes Haus“ entstehen als Attraktion für Touristen. Bürgermeister und Parlament ziehen mit.

Edertal - Es tut sich was am Affolderner Info-Point: Die Verwaltung der Edersee-Touristic zieht demnächst in die frei werdenden Räume des Anglerladens und Privatinvestoren stellen auf der Wiese nebenan ein Haus auf den Kopf – als Touristenattraktion.

Der Pachtvertrag für den Angelladen lief eigentlich bis 2016, wurde aber in beiderseitigem Einvernehmen vorzeitig gelöst. Das gab Bürgermeister Klaus Gier im Parlament am Donnerstagabend bekannt. Die ET ziehe von den Containern dann in diese Räumlichkeiten.

Wie bei „Bispinger Heide“

Ungleich spektakulärer klingt die Idee vom „Verrückten Haus am Edersee“. Der Wellener Mike Zeleznik, Michael Neuschäfer-Rube aus Züschen und Rainer Classen aus Heimarshausen wollen ein Einfamilienhaus verkehrt herum aufbauen. Vorbilder für so einen Spektakel-Bau haben sie in Leipzig gesehen oder an der Autobahnabfahrt Bispinger Heide (A?7), wo auf dem platten Land auch eine Indoor-Skipiste und eine Kartbahn von Ralf Schuhmacher zu finden sind.

„Ideal für Familien“

„So ein Haus brauchen wir am Edersee, dachten wir uns: Ideal als Anziehungspunkt für Familien“, erklärt Zeleznik. Die Besucher laufen in dem Holzhaus quasi über die Decke. Am Boden über ihnen stehen die Möbel festgeschraubt. Reizvoll sind Fotos aus dieser ungewöhnlichen Umgebung. Um 180 Grad gedreht, vermitteln sie dem Betrachter hinterher die Illusion, die fotografierten Menschen hingen wie Fledermäuse von der Decke. Weitere Besonderheiten der Konstruktion verwirren den Gleichgewichtssinn der Gäste und vermitteln weiteren Spaß.

Würstchenbude in Vegas

„Wir wollen seit Langem was zusammen auf die Beine stellen“, berichtet Neuschäfer-Rube. Gemeinsame USA-Reisen brachten die drei zunächst auf die Idee, in die Staaten auszuwandern. Sie wollten eine Bude mit deutschen Bratwürstchen in Las Vegas eröffnen. Doch sie stellten fest, dass jeder, der ein Unternehmen in der Spielerstadt betreiben möchte, ein bestehendes kaufen muss. Neugründungen sind verboten, damit die Stadt nicht zu weit in die Wüste hinaus wächst.

Wirtschaftsplan in Arbeit

Das stoppte die Pläne des Trios und statt weiter in die Ferne zu schweifen, entdeckten sie die Möglichkeiten vor der Haustür. Der neue Bürgermeister Klaus Gier zeigte sich sofort offen für das Projekt vom „verrückten Haus“. Am Donnerstag schlug er dem Parlament vor, den drei Investoren das Grundstück neben dem Info-Point dafür anzubieten, direkt an der Einflugschneise zum Edersee.

„Der Wirtschaftsplan für das Projekt ist in Arbeit“, sagt Mike Zeleznik. Gemeinsam mit einer heimischen Zimmerei wollen die drei das Gebäude in Holzständerbauweise und mit Eigenleistung errichten. Einen Architekten haben sie an der Hand.

Sponsoren ins Boot holen

„Vielleicht gewinnen wir für die Einrichtung Sponsoren, etwa ein Möbelhaus“, hofft Neuschäfer-Rube. Einen Antrag auf Zuschuss aus EU-Mittel wollen die drei auch stellen, beim zuständigen Kellerwaldverein. Fest steht: Das Haus soll ein Unikat werden.

Parlamentarier begeistert

Die Parlamentarier waren begeistert und gaben den drei Investoren einstimmig grünes Licht. CDU-Fraktionsvorsitzender Harald Wieck brachte es stellvertretend für alle Gemeindevertreter auf den Punkt: „Eine Tourismusregion lebt von den Angeboten, die Privatunternehmer aufziehen.“ SPD-Fraktionschef Karl-Heinrich Neuschäfer verwies darauf, dass dieses Projekt eine Lücke im Repertoire für nasse Tage schließe.

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