Mit Umbau aufpeppen: Heloponte-Nutzer und Architekt Thomas Torlach bringt neue Variante in die Disku

Weniger Wasser, aber mehr Spaß

Ein Anbau an die Stelle der Riesenrutsche, Schwimmen im Glashaus und neue Attraktionen. So stellt sich Architekt Thomas Torlach das umgebaute Freizeitbad vor.

Bad Wildungen - Etliche Ideen kursieren über einen Um- und Neubau der Freizeitanlage Heloponte. Überzeugt hat Thomas Torlach noch kein einziger Vorschlag. Der Architekt und regelmäßige Helo-Nutzer bringt eine neue Variante ins Spiel: Sanierung im Bestand, aufgepeppt mit Attraktionen. Die Kosten? - Nicht höher als bei einem Neubau, schätzt er.

„Wir haben es bei dem Heloponte mit einer außergewöhnlichen und nach wie vor zeitgemäßen Hallenarchitektur zu tun“, urteilt Torlach. Das Schwimmbad ist funktional, hell und übersichtlich, die städtebauliche Lage und Organisation könne besser nicht sein. „Die meisten neuen und moderneren Schwimmbäder vergleichbarer Größe kommen an die architektonische Qualität des Heloponte nicht heran“, ist sich der 48-Jährige sicher, der in Hannover ein Architekturbüro betreibt.

Torlach zog vor vier Jahren mit seiner Familie nach Bad Wildungen. „Wegen der Lebensqualität“, sagt der gebürtige Frankenberger. Seither ist er mit seiner Frau und den sieben und neun Jahre alten Kindern regelmäßiger Badegast im Heloponte.

Für einen Abriss ist das Freizeitbad zu schade, meint der Architekt. Sein Vorschlag: Das Bad nach heutigen Anforderungen umrüsten, es auf den aktuellen Stand der Technik bringen, ohne das Ambiente zu zerstören.

Herzstück der Torlach’schen Pläne ist der Anbau eines gläsernen Schwimmbeckens. Vorteil: Der Umbau kann parallel zum laufenden Badebetrieb erfolgen.

Aus der Sicht eines Planers und Schwimmbadnutzers hat Torlach ein funktionelles Schwimm- und Spaßbad samt intakter Eisbahn entworfen, aufgepeppt mit Freizeit-Attraktivitäten (Details siehe Hintergrundkasten). „Das würde wieder viele Ganztagesgäste anziehen“, ist sich der 48-Jährige sicher. Geschickte Planung reduziert die Wasserfläche um 500 Quadratmeter - und steigert das Angebot, ohne den Schwimmkomfort einzuschränken.

Abkehr von Energieschleudern

Hallenerweiterung um einen Glasbau und Abkehr von Energieschleudern stellen die Anlage auf wirtschaftlich gesundere Füße. Der Personaleinsatz wird optimiert. Auf „maximale Qualität in Angebot und Ausstattung“ fußt sein Konzept. „Nur so locken wir auch Menschen aus der Region bis nach Kassel in die Freizeitanlage, die sich dort dann den ganzen Tag aufhalten können und damit auch die Gastronomie wiederbeleben.“ Torlach will vor allem für Kinder und Jugendliche das Angebot deutlich steigern. „Wenn wir schon kein Kino und keine Diskothek in unserer Kurstadt haben, sollte wenigstens die Möglichkeit für sportliche Aktivität für unseren Nachwuchs gegeben sein.“

Sein Konzept habe er bereits den politischen Fraktionen vorgestellt. Es sei auf positive Resonanz gestoßen, freut sich der Architekt. Verlässliche Zahlen zu Investitionskosten liegen noch nicht vor. Dazu sei eine aufwendige Bestandsermittlung nötig. „Ich glaube aber nicht, dass das Konzept teurer ist als das, was bisher geplant wurde“, ist Torlach überzeugt.

Schwimmen im Glashaus

So stellt sich Architekt Thomas Torlach den Umbau zu einem aufgepeppten Heloponte vor: Großes Schwimmbecken im Hallenbad erhält Highspeed-Rutsche, Kinderrutsche, Strömungskanal, Sprunganlage, Wärmepool mit Massage. Nichtschwimmerbereich: Muss nur saniert werden. Kinderplantschbecken wird zum Ruhebereich mit Solarien und Relaxzone. Optional nachrüstbar: Solebecken im Außenbereich (Anschluss an Sauna). Massagebecken wird Kleinkinderbereich mit Spielflächen. Neu: Verglaster Anbau für ganzjährige Schwimmbadnutzung (25 Meter, 5 Bahnen) wird am Standort der Riesenrutsche angegliedert. Fensterelemente lassen sich im Sommer öffnen. Freibadbecken werden aufgegeben. Im Bereich der Sprunganlage wird Technik installiert für ein optionales Wellenbad, das im großen Becken entstehen kann. Die abgebaute Riesenrutsche (im Winter ein Energiefresser) kommt dort im Sommerbetrieb zum Einsatz. Attraktionen wie Volleyball, Tischtennis, Kletterwand schaffen eine Aktionsfläche (noch mehr ist nachrüstbar). Eisbahn: reparieren und überdachen. Helo-Hütte mit Terrasse wird zugänglich für Badegäste und Eisbahn-Besucher. Eigene Eisbahn-Kasse entfällt, zentraler Eingang für Schwimmbad und Eisbahn spart Personalkosten. Die Gastronomie ist verbunden mit einer Bar im Obergeschoss. Personalverknüpfung Kasse/Gastronomie möglich. Ehemalige Hausmeisterwohnung und Gastronomie im Obergeschoss werden zum großen Fitnessbereich. Könnte separat verpachtet werden, da er eigenen Eingang erhält, aber auch Zugang zum Bad hat. Sauna: Umkleiden und Pavillon werden abgerissen. Es entsteht eine erweiterte Saunalandschaft mit großzügiger Außenfläche.(höh)

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