Übrigens

Wenn Spatzen wiehern

- 22 Jahre war Erich Dreyer als kantiger Bürgermeister bekannt. 1961 hat er im Wa­decker Rathaus seinen Dienst angetreten

. Da kreuzten die ersten Heckflossen-Mercedes auf den Straßen, und die Isetta – im Volksmund „Knutschkugel“ genannt – eroberte die Herzen. Aber in den Büros wieherte manchmal der Amtsschimmel. „Anfang der 60er-Jahre kam ein Fragebogen vom Hessischen Statistischen Landesamt. Da sollten wir die Anzahl der Spatzen melden“, erinnert sich Dreyer schmunzelnd.

Sofort hatte er ein altes Kinderlied auf den Lippen und dichtete es spontan um: „Weißt Du wie viel Spatzen fliegen, dort am schönen Himmelszelt...?“ Die prosaischen Verse quer über die Formulare geschrieben gehen postwendend zum Amt zurück. Wochen später wird der Bürgermeister ins Korbacher Landratsamt zitiert und erlebt ein Donnerwetter. „So geht man nicht mit einer Landesbehörde um!“

Schnell sind die Wogen wieder geglättet. „Nach der ersten Rüge hat man sich in meiner Gegenwart köstlich amüsiert“, lacht Dreyer. In langjähriger Dienst- und Lebenserfahrung hat der 90-Jährige festgestellt: „Es gibt solche und solche Beamte – leider gibt es von der ersten Gruppe zu viel.“

Euer Sternchen

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