Deutscher Wetterdienst prüft laut Jesberger Bürgermeister Umzug von Diemelsee in den Hohen Kellerwald

Wetterstation am Wüstegarten Thema

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Jesberg/Bad Wildungen - Spruchreif ist noch nichts, aber der Deutsche Wetterdienst möchte seine Wetterstation von Diemelsee an den Wüstegarten zwischen Bad Wildungen und Jesberg verlegen.

Das bestätigte Jesbergs Bürgermeister Günter Schlemmer gestern auf WLZ-FZ-Anfrage.

Der Rückzug des DWD aus Diemelsee hängt mit dem dort geplanten Ausbau der Windkraftanlagen zusammen. Der Wüstegarten geriet ins Blickfeld, weil die Bedingungen dort für die Wettermessungen geeignet seien, fügt Schlemmer hinzu.

Allerdings hegt er Skepsis, ob das Projekt im Hohen Keller eine Chance hat, verwirklicht zu werden, „denn hohe Hürden des Naturschutzes sind zu überwinden“. Das Gebiet befindet sich nicht nur im Naturpark und ist Bestandteil eines Naturschutz-Großprojektes, sondern es hat auch den sogenannten FFH-Status (Abkürzung für Flora, Fauna, Habitat/Pflanzen-, Tierwelt und Lebensraum) der Europäischen Union. Das heißt, nichts darf unternommen werden, was den ökologischen Wert des Gebietes beeinträchtigt. Bei einem 60 Meter hohen Turm könnte allein das Anliefern der Bauteile vor diesem Hintergrund zum Problem werden, meinen Insider.

Gespräche zu dem Anliegen laufen, zuständig ist das hessische Umweltministerium in Wiesbaden, erläutert Bürgermeister Schlemmer. Er rechnet aber mit keinen Ergebnissen, bevor feststeht, wer die kommende hessische Landesregierung stellt und welche Partei demzufolge für das Umweltministerium verantwortlich zeichnet.

Persönlich würde sich Schlemmer mit der Idee sogar anfreunden, „weil wir vielleicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und unser Dilemma mit dem Wüstegartenturm lösen könnten.“ Der Aussichtsturm, der vor zehn Jahren für rund 200 000 Euro errichtet wurde. Keine zwei Jahre später zeigte der Klebstoff in den Leimbinder-Holzbalken deutlich erste Schwächen. Zur Sicherheit dürfen sich seitdem nie mehr als 15 Personen zugleich auf dem Turm aufhalten. Jedes Jahr prüfen die Behörden, ob sie ihn sperren müssen. Diese Gefahr droht auch 2014. Schwamm hat das Holz befallen. Die Wetterstation könnte man so bauen, dass sie zugleich Aussichtsplattform für Wanderer wäre.

Der DWD sandte bis Redaktionsschluss noch keine Antwort auf eine WLZ-FZ-Presseanfrage.

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