Innen bleibt kein Stein auf dem anderen

Wiedereröffnung des Café Schwarze verzögert sich

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Armin Ochs (hier zwischen zwei Bauarbeitern), Mitbesitzer des Café Schwarze, legt auf der Baustelle eifrig mit Hand an.Fotos: szl

Bad Wildungen - Die Wiedereröffnung des Traditionscafés Schwarze in der Brunnenallee durch die neuen Besitzer Armin Ochs, Astrid und Josef Krammer verzögert sich noch eine Weile.

Aktuell ist sie für Oktober, „vielleicht auch erst November“ geplant. Die Räumlichkeiten des Café-Restaurants werden von Grund auf erneuert - weit mehr als „nur“ renoviert. Kaum ein Stein bleibt in den Innenräumen auf dem anderen und Armin Ochs schildert: „Wie das so ist bei einem Altbau. Nimmt man eine Wand weg, taucht dahinter ein neues Problem auf.“ So auch bei den Bauarbeiten im „Schwarze“, das zurzeit einem Rohbau gleicht. Drei Decken mussten entfernt werden, die sichtbare „schöne“, eine Asbestschicht und schließlich eine Zwischendecke aus „Waldecker Beton“, aus Lehm und Stroh.

Räume werden um fast einen Meter höher

Die momentan sichtbaren Stahlträger stammen ausweislich eines Etiketts aus dem Jahr 1936, geliefert von den Deutschen Eisenwerken in Gelsen­kirchen. Wegen der Mehrfachdecken waren die Räume fast in allen Bereichen nur etwa 2,50 Meter hoch. Das ändert sich. Die Gasträume weisen nach dem Einziehen einer neuen Brandschutzdecke, der Installation der Lüftungsanlage und der Abschlussdecke fast einen Meter mehr an lichter Höhe auf und sollen so großzügiger und heller wirken. Der Estrich wird komplett erneuert, bevor auf ihm das Holzparkett zu liegen kommt. Viele Hundert Meter neue Kabel wurden verlegt, unter dem abtransportierten Bauschutt befanden sich allein mehr als 400 Kilogramm Kabelschrott, zum Teil uralte, seit Langem funktionsunfähige Leitungen.

Beim Entrümpeln kamen ein paar rheinische Tageszeitungen aus den 80er-Jahren zum Vorschein und grüne Zigarettenpackungen der längst nicht mehr existierenden Marke „Eckstein“. Es gibt noch viel zu tun auf der Baustelle Schwarze, bevor ein österreichisches Innenausbauunternehmen in Aktion treten und mit der Gestaltung des Wohlfühlcafés beginnen kann. Die Kücheneinrichtung wird komplett erneuert und ein bis jetzt nicht vorhandener Fettabscheider installiert. Im Eingangsbereich des neuen Café Schwarze soll der Gast zunächst vor einem großen Kuchenbuffet stehen, hinter dem sich eine aufwendige Kaffeetheke befindet. Der Gastraum mit heller Decke und hellem Boden wird von schwarzem Hintergrund getragen, vor dem die Gestalter mit weiteren Farben spielen. Die Küche orientiert sich österreichisch und international. Ein Konditormeister soll eine große Auswahl an Torten und Kuchen in der eigenen Backstube produzieren. Die Bistro-Gastronomie „Tenne“ im Untergeschoss übernimmt Gastwirt Mario Höhne (Himmel und Erde, Reinhardshausen). Nach der Eröffnung des Café Schwarze werden die neuen Besitzer viel Arbeit und Geld in ihren Betrieb investiert und 30 neue Arbeitsplätze geschaffen haben.

Von Werner Senzel

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