Hemfurth-Edersee

Auf Wildschweinjagd spezialisiert

- Edertal-Hemfurth-Edersee (höh). Sechs junge Wildschweinjäger wurden im „Schwarzwildbrackenzwinger von der Kolbelitt“ von Denise Kluthausen und Daniel Stöcklein geboren.

Es ist der zweite Wurf ihrer Hündin Andra von Horn und Geläut. Die Hunderasse ist im Wal­decker Land kaum bekannt, bedauert das Züchterpaar. In ganz Deutschland seien nur 50 Zuchthündinnen und ebenso viele Rüden registriert. Angestammte Heimat sind die Bergregionen der Slowakei. Hier wurden diese Hunde schon lange zur Jagd verwendet, erzählt Kluthausen. Sie waren auch die zuverlässigen Wächter von Haus und Hof. Kopovs waren die Hunde der einfachen Leute. Die finanziell besser gestellten Pächter und Besitzer der wildreichen Gebiete führten zumeist Hunde, die hauptsächlich aus Deutschland kamen. Der Ursprung der Rasse liegt noch im Dunkeln. Als gesichert gilt die Abstammung von der Keltenbracke. Denise Kluthausen und Daniel Stöcklein sind durch ihre Jagdleidenschaft auf die Schwarzwildbracke gekommen. Denn „sie besitzt einen ausgeprägten Jagdtrieb und kann sich dabei auch ausgezeichnet orientieren“, schwärmt die 28-jährige Besitzerin von dem 40 bis 50 Zentimeter großen und bis zu 20 Kilogramm schweren Hund. In großen Dickungen, Maisschlägen, niederen Schneelagen und bergigem Gelände wird die Bracke vor allem zur Saujagd eingesetzt. „Weitere Vorzüge sind Ausdauer, Schnelligkeit, Wendigkeit, Wildschärfe und Intelligenz“, ergänzt Stöcklein. – Das alles sind Eigenschaften, die für einen Saujäger ein unbedingtes „Muss“ darstellen. Dennoch sind die Hunde sehr anhänglich und kinderlieb. Bis Bessy, Birke, Basko und ihre Geschwister aus dem Zwinger am Edersee einmal auf Wildschweinjagd gehen, braucht es Geduld und eine gute Ausbildung. Bis auf einen Welpen sind bereits alle Nachkommen des letzten Wurfs vermittelt. „Alle in Jägerhand“, so die Besitzer. „Das ist kein Hund für eine Treibjagd im Jahr – der braucht wirklich Arbeit und Bewegung.“ Ein eigenes Jagdrevier hat das Paar aus dem Edertal nicht gepachtet. Beide gehen bei befreundeten Jägern und im Nationalpark auf Jagd. Dabei habe sich ihre Hündin Andra bereits bestens bewährt. Die zunehmende Wildschweinplage ist Herausforderung für Jäger und Jagdhund. Denise Kluthausen erzählt kopfschüttelnd von einem Einsatz vor zwei Wochen in Giflitz. „Wir hatten mit einigen Jägern ein Maisfeld umstellt – da kamen 60 bis 80 Wildschweine heraus“, berichtet die Hundezüchterin.

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