Peter Laucht geht in Ruhestand · 2014 Fusion der Kirchenkreise Eder und Frankenberg

Bad Wildungens letzter Dekan

+
Dekan Peter Laucht wird in einem Gottesdienst am 24. Februar in der Bad Wildunger Stadtkirche (im Bild vor dem Altarbild von Conrad von Soest) verabschiedet.

Bad Wildungen - Nach 16 Jahren als Dekan im Kirchenkreis der Eder und Pfarrer in der Kirchengemeinde Bad Wildungen tritt Peter Laucht in den Ruhestand. Mit ihm endet ein Kapitel Wildunger Kirchengeschichte, denn im Zuge der Fusion mit dem Kirchenkreis Frankenberg verliert die Badestadt das Dekanat.

Evangelische Spiritualität liegt dem 62-Jährigen am Herzen, der persönliche Daseinsgewinn durch Frömmigkeit ist seine Lebensphilosophie. Laucht ist kein Mann der lauten Worte. Seinen Berufsweg beendet er mit einem dankbaren Rückblick.

„Dank für diesen Beruf zur Verkündigung des Evangeliums, für die Möglichkeit geistiger und geistlicher Beschäftigung, für Gesundheit und Begleitung im Kollegenkreis und im Kreis ehrenamtlicher Mitarbeiter.“

Laucht tritt 1997 die Nachfolge von Dieter Waßmann an, der 1977 Dekan im neu gebauten Dekanat am Langen Rod wird. In Lauchts Amtszeit fallen die Zuordnung der Diakoniestation zur Evangelischen Altenhilfe Hofgeismar, Erweiterung der Dienste des Diakonischen Werks Waldeck-Frankenbergs und das Kirchenprogramm für die Landesgartenschau 2006. Zu einem schönen Brauch habe sich der jährliche Besuch in einer kleinen Kirchengemeinde entwickelt. Segensreich sei die Stiftung Kirchenerhaltungsfonds der Landeskirche, die bei anstehenden Investitionen eigenes Kapital der Gemeinden verdoppele. „Das hat enorme Bewegung ausgelöst“, beobachtet er. Zum Ende seiner Amtszeit nimmt die Fusion Fahrt auf. Ein gemeinsames Kirchenkreisamt für die Kirchenkreise Eder, Eisenberg, Frankenberg, Twiste ist auf den Weg gebracht. „Da ist viel Vertrauen gewachsen.“ Die Fusion des Eder-Kreises (18300 Gemeindeglieder) mit Frankenberg (29400) soll zum 1. Januar 2014 vollzogen werden. „Die Beratungen sind konstruktiv und im gegenseitigen Vertrauen verlaufen.“

Die Deutung der christlichen Botschaft ist für den Dekan stete Herausforderung. Orientiert an den geistlichen Wurzeln, aber aktualisiert, gibt er sein Wissen im Unterricht, in öffentlichen Stellungnahmen und im seelsorgerischen Gespräch weiter. Als Pfarrer ist die Verkündigung des Evangeliums sein Schwerpunkt.

An viele schöne Erlebnisse erinnert er sich zurück, darunter an eine Reise nach Indonesien zur Festigung der Partnerschaft mit der Evangelischen Kirche in Ostjava. Aber auch schwere Stunden erlebte der Dekan in Bad Wildungen. Der Fund eines Säuglings 2004 in einem Altkleidercontainer habe ihn sehr bewegt. Laucht hielt damals die Trauerfeier. „In dieser Zeit hatte ich innerhalb eines Vierteljahrs drei notfallseelsorgerische Einsätze im Zusammenhang mit toten Kindern.“

Verabschiedung in Gottesdienst am 24. Februar

Für die Zukunft hofft der Dekan auf mehr ökumenisches Miteinander über die gedeihliche Arbeit der Kirchengemeinden hinaus. Persönlich wünscht der Seelsorger für sich und seine Frau und Pfarrerin a. D. Lydia gute Gesundheit, „damit wir noch ein Stückchen mehr von dieser Welt sehen können“. Laucht will sich auch im Ruhestand weiterhin um Fortbildung von Prädikanten engagieren und gelegentlich auch predigen. „Wenn mich jemand haben will für einen Gottesdienst, bin ich bereit.“

Zum Verabschiedungs-Gottesdienst in der Stadtkirche am Sonntag, 24. Februar, um 14 Uhr mit Probst Wöllenstein sind alle Interessierten eingeladen. Am 28. Februar scheidet Laucht offiziell aus dem Amt. Seine Dienstgeschäfte führt zunächst sein Stellvertreter weiter, der Affolderner Pfarrer Clemens Blum, der mit dem Dekan seit 1997 zusammenarbeitet.-

Im Porträt

In Kirchvers im Kreis Marburg stand die Wiege von Peter Laucht. Am 1. August 1950 erblickte der Sohn eines Hufschmieds das Licht der Welt. Sein Vikariat absolvierte der Theologe im Kirchspiel Wiesenfeld 1975/76. Nach seiner Ordination 1976 in Marburg wurde er Verwalter einer wissenschaftlichen Assistentenstelle im Hermeneutischen Institut der Universität Bonn.

Von 1977 bis 1983 war er Pfarrer in Münchhausen und Wollmar, danach bis 1990 in Amönau und Warzenbach mit Lehrauftrag an der Philipps-Universität Marburg. Von 1990 bis 1994 war Laucht Dekan im Kirchenkreis Gelnhausen und dann bis 1997 persönlicher Referent von Bischof Dr. Zimmert im Landeskirchenamt Kassel, zugleich Beauftragter für Prädikantendienst in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Wal-deck bis 2006, und unterrichtete am CVJM-Kolleg Kassel. Seit 1997 ist Laucht Dekan im Kirchenkreis der Eder und Pfarrer in der Kirchengemeinde Bad Wildungen.(höh)

Kommentare