Als Betreuer Geld von Senioren unterschlagen – Schöffengericht in Fritzlar verhängt Bewährungsstrafe von zwei Jahren

Wildunger Anwalt veruntreut 123 000 Euro

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Fritzlar/Bad wildungen. Ein Wildunger Anwalt, der wegen Depressionen mit seiner Arbeit überfordert war, hat dadurch entstandene finanzielle Löcher durch das Geld von Senioren gedeckt, die er betreute.

Das Schöffengericht in Fritzlar hat ihn wegen gewerbsmäßiger Untreue zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt. 

Seit September 2011 betreute er eine 89-jährige Wildungerin, ab Dezember 2012 einen mittlerweile verstorbenen Mann aus der Badestadt. In 16 Fällen veruntreute er Geld der Seniorin: Beim größten Posten hob er 145 000 Euro ab, um sie für die Betreute in Fonds und auf einem Tagesgeldkonto zu hinterlegen – 34 000 Euro verfrachtete er indes auf sein eigenes Konto. 15 Mal hob er Beträge zwischen 1500 und 10 000 Euro von ihrem Konto ab, das er ihr zum Teil zurückzahlte. Letztlich schuldet er der Frau noch knapp 49 000 Euro. 

Vom Konto des Seniors hob er unerlaubt insgesamt 74 500 Euro ab – den größten Posten von 34 000 Euro wohl, um Geld an die Frau zurückzuzahlen. 

„Im wesentlichen stimmt es“, erklärte der Wildunger nach Verlesung der Anklageschrift. Er hatte schon bei einem ausgesetzten ersten Prozesstermin im Dezember gestanden.

. 2012 stellte die Hausärztin des Angeklagten eine Depression bei ihm fest. „Meine Arbeit hat immer länger gedauert“, erklärte er, bald habe er Mandanten verloren. Den sinkenden Umsatz kompensierte er mit den Veruntreuungen: „Zeitweise habe ich auch einfach den Überblick verloren“, sagte der Anwalt. 

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