Reparatur der Ammoniakanlage würde fast 160 000 Euro kosten

Wildunger Eishockey-Spieler geben auf

+

Bad Wildungen. - Noch vor der großen Zukunftsentscheidung „Heloponte“ (kostspielige Sanierung oder schlichter Neubau?) bereiten schadhafte Betriebsteile Kopfzerbrechen.

Die Eisbahnsaison konnte trotz aktuell idealer Bedingungen nicht eröffnet werden, weiterhin ist die blaue Riesenrutsche wegen eines Defekts außer Betrieb. In der Jahresabschlusssitzung am kommenden Montag in der Wandelhalle soll zumindest über die rasche Instandsetzung der Eisbahn (Ammoniakanlage) entschieden werden.

Kein billiger Spaß: Bürgermeister Volker Zimmermann präsentierte am Montag im Stadtparlament den Kostenvoranschlag einer Fachfirma: rund 158 000 Euro.

Oliver Syring (CDU) regte an, ein zweites, vielleicht billigeres Angebot einzuholen. Rutsche: 77 000 Euro Die Wiederinbetriebnahme der Rutschenschlange wäre mit einem Aufwand von 77 000 Euro verbunden. Immerhin wäre davon ein Anteil von zirka 42 000 Euro wiederverwertbar bei einem eventuellen Neubau. Zugleich kündigte Bürgermeister Zimmermann an: „Wir finden irgendeine Lösung für das Schlittschuhlaufen.“

Diese Lösung kommt auf jeden Fall zu spät für die rund 45 Mitglieder der VfL-Eishockey-Abteilung, Red Bulls genannt. „Im Jahr unseres 25. Jubiläums lösen wir uns auf, weil es keine Perspektive mehr gibt“, teilte Jörg Schäfer gestern mit, zugleich FDP-Stadtverordneter. Die Abteilung zieht damit nicht zuletzt die Konsequenz aus dem vorgelegten Kostenvoranschlag für die Reparatur der Ammoniak­anlage.

Die Feiern zum Jubiläum seien abgesagt. Die Abteilung entwickelte Anziehungskraft weit in die Region hinein, berichtet Schäfer: „Viele Auswärtige aus Korbach, Borken, Schwalmstadt, Zwesten oder Gudensberg sind seit vielen Jahren dabei.“ Nun ist Schluss für die 27 Erwachsenen und 15 bis 18 Kinder. „Bisher sind wir nach Willingen ausgewichen, aber das ist einfach zu teuer, weil es uns 1000 Euro im Monat kostet“, fügt der FDP-Stadtverordnete hinzu. Karl-Heinz Baums als Gründervater und bis Mitte der 1990er-Jahre Heinrich Schmidt als Jugendtrainer gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten der Sparte, deren Wurzeln in einer Hobby-Truppe von 1985 liegen. Die Technikprobleme des Heloponte beenden die Tradition, zumindest bis zur Sanierung der Freizeitanlage; damit rechnet Jörg Schäfer. Er hofft, dass am Ende der Beratungen über die Zukunft des Heloponte auch eine Lösung für die Eisbahn gefunden wird. Mit Dach ließe sie sich kostendeckend betreiben, ist er überzeugt und verweist auf das Beispiel Willingen:

„Viele Eishockeygruppen in der Region haben Interesse an so einem Angebot. Die Trainingseinheit in Willingen kostet 250 Euro. Die Bahn ist voll.“

Auch der Vorschlag aus einem WLZ-Leserbrief, die Eisbahn im Zuge der Sanierung mit einer Jugendherberge zu überbauen, hält der Stadtverordnete für eine interessante Idee. Vorerst müssen Schlittschuhläufer aus Wildungen und Umgebung ausweichen – etwa in den nächsten Wochen nach Waldeck, wo in der Bucht eine Natureisbahn eingerichtet worden ist. Eventuell ließe sich auch die Heloponte-Eisbahn auf diese Weise im laufenden Winter doch noch nutzen.(jm/su)

Kommentare