Kommentar zum neuen Umgang im Parlament

Wildunger Stadtverordnete und Bürgermeister auf dem richtigen Weg

KOMMENTAR: Über Monate gehörte Politikerschelte zum guten Ton unter den Wildungern. Bürgermeister und Stadtverordnete hatten mit ihren Streitigkeiten allerdings auch Steilvorlagen geliefert. Nach der Sitzung des neuen Parlamentes am Montag lässt sich feststellen: Alle Beteiligten haben gelernt.

Bürgermeister wie Stadtverordnete konzentrierten sich wohltuend auf die Sache, vom ersten bis zum letzten Tagesordnungspunkt. Bis auf kleine Ausreißer verzichteten die Fraktionen auf Vergangenheitsbewältigung. Positiv fielen die Neuzugänge auf durch kritisches, aber sachliches Nach- und Hinterfragen. Regina Preysing von den Linken etwa schlug das Einsetzen eines Expertengremiums für den Verkauf des Hauses Oestreich vor. Kira Hauser (FWG) hakte bei einem sonst wenig beachteten Thema nach: der Besetzung der ehrenamtlichen Schiedsleute. Wurden die Positionen ausgeschrieben und gab es Gegenkandidaten? Die Stadtverwaltung konnte spontan keine Auskunft geben, der Tagesordnungspunkt wurde auf die nächste Sitzung verschoben. So stelle ich mir die Arbeit einer Stadtverordnetenversammlung vor. Auch das Publikumsinteresse konnte sich sehen lassen; die Stuhlreihen waren gefüllt. Das Parlament sollte die Gunst der Stunde nutzen und, wie die Waldecker, eine offene Fragerunde für Bürger zu Beginn jeder Sitzung ermöglichen. Das regelmäßige, informelle Treffen „Wildunger diskutieren“ zeigt an, dass Bedarf besteht, und die Stadt hat mit dem Bürgerhaushalt hinlänglich positive Erfahrungen in direkter Beteiligung gesammelt.

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