Bildungsminister und Holzfachschule vereinbaren Zusammenarbeit: Beratung der Holzbranche

Wildunger Wissen in Ruanda gefragt

Bad Wildungen - Wissen aus Bad Wildungen für die Holzbranche in Afrika: Die Holzfachschule berät den Staat Ruanda auf dem Holzsektor.

Der Minister für berufliche Bildung der Republik Ruanda, Albert Nsen-giyumva, zeigte sich bei einem Besuch beeindruckt von der Leistungsfähigkeit der Holzfachschule. Minister und Schulleitung vereinbarten, beim Aus-bau der Berufsbildung für die ruandische Holzbranche zusammenzuarbeiten. Die Holzfach-schule soll den Staat beraten.

Bad Wildungen war die letzte Station einer Deutschland-reise Nsengiyumvas, bei der er mit Vertretern von Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammer sowie Entwicklungshilfeeinrichtungen zusammentraf. Ziel war es, einen Überblick über das System der dualen Ausbildung in Deutschland zu bekommen und Partner für den weiteren Ausbau der Berufsbildung des afrikanischen Staates zu finden.

Geplant ist, dass Experten der Holzfachschule die Ausbil-dungsgänge zum Holzbearbei-ter oder -verarbeiter in Ruan-da bewerten. Zudem sollen sie Empfehlungen für den Aufbau eines Ausbildungszentrums geben, das der neu gegründete Verband der Holzbranche in der Hauptstadt Kigali aufbaut. Im Zuge einer weiteren Koope-ration könnten Fachleute aus Bad Wildungen die Ausbildung ruandischer Berufsschullehrer ergänzen. Die Erstberatung soll nach Wunsch des Bildungsministers bereits im Sommer starten. „Die Bürger erwarten von uns, dass wir ihre Situation schnell verbessern“, sagte Nsengiyumva. Mehr als 40 Prozent der Bevölkerung Ruandas sei unter 14 Jahren alt, ein Großteil der Jugendlichen ohne Aussicht auf geregelte Arbeit.

Andererseits wachse die Wirtschaft mit derzeit acht Prozent jährlich. Es sei eine drängende Herausforderung, die Berufsbildung in Ruanda nach vorn zu bringen, sagte der Minister. Hermann Hubing, Geschäftsführer und Leiter der Holzfachschule, begrüßte das Interesse aus Ruanda an dem kompetenten Partner aus Bad Wildungen.

Bürgermeister Volker Zimmer-mann begrüßte Nsengiyumva und die Botschafterin Ruandas in Deutschland, Christine Nkulikiyinka, im Namen der Stadt. Neben den 18 Kliniken sei die Holzfachschule ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Bei einer Führung durch die Werkstätten der Holzfachschule zeigten sich sowohl Nsengiyumva als auch Botschafterin Nkulikiyinka beeindruckt.

Neben Maschinen und Verfahren zur Holzbearbeitung stießen vor allem die Themen Arbeitssicherheit und Produktgestaltung auf das Interesse der Staatsvertreter. Wie lernen Auszubildende, ihre Produkte zu entwerfen und zu gestal-ten? Welche Maßnahmen gibt es, die Sicherheit am Arbeitsplatz zu erhöhen? Eine Stippvisite in einem Kursus mit Auszubildenden machte anschaulich, mit welchen Methoden und Hilfsmitteln sich die jungen Leute an der Wildunger Bildungseinrichtung diese Themen aneignen.(r/höh)

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