Bad Wildungen: Mitarbeiter des Wicker-Stammhauses streiken für Tarifvertrag

"Wir sind zunehmend kampfbereit"

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Bad Wildungen - "Andere streiken für Lohnerhöhung - wir wollen überhaupt erst mal einen Tarifvertrag haben" - das forderten Mitarbeiter des Wicker-Stammhauses am Dienstag bei einer Streikaktion in Bad Wildungen.

Mit Fahnen der Gewerkschaft ver.di und einem Megaphon wiesen über 20 Streikende auf ihre Situation. Die Betriebsleitung dränge auf den Abschluss einer Betriebsvereinbarung und lehne einen Tarifvertrag ab. Betriebsräte stünden zwischen der Firmenleitung und der Belegschaft. "Es gibt keine Verhandlungen auf Augenhöhe", monierte Norbert Petrick.

An zehn bis 15 Streiktagen gingen die Wicker-Mitarbeiter seit November bereits auf die Straße. Bislang ohne den gewünschten Erfolg. "Herr Wicker ist nicht gesprächsbereit."

Aufgeben wollen die Beschäftigten jedoch nicht, weitere größere Aktionen sind in Bad Wildungen und Bad Zwesten geplant. "Wir sind zunehmend kampfbereit", signalisiert Gertrud Seim. "Wir kämpfen für einen Tarifvertrag, für unser Grundrecht", ergänzte Gabriele Bähr. Mut machte gestern die Botschaft eines Kollegen aus der Wicker-Klinik Westend, der zufällig zu den Streikenden traf. "Wir haben erreicht, dass wir am 7. Mai Tarifverhandlungen aufnehmen", zeigte sich Dietmar Zapf zuversichtlich. Dies sei ohne einen einzigen Streik erreicht worden. Die neurologische Klinik Westend wird von Tanja Wicker geleitet, das Stammhaus von ihrem Schwiegervater Werner Wicker.

Über die Brunnenallee zogen die Mitarbeiter gestern bis zum Rathaus, wo sie Bürgermeister Volker Zimmermann ihr Anliegen vortrugen. Frei nach dem Lied "Die Gedanken sind frei" sangen sie bei ihrem Marsch durch die Straßen "Das Streikrecht ist frei" und folgerten zum Schluss "mit unfairem Ringen lässt sich Frieden nicht zwingen. Es ist nun höchste Zeit: Seid verhandlungsbereit!"

Ein Sprecher der Betriebsleitung war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen. (höh)

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