Edersee

"Wir waren viel zu lange zu zahm" - Video

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- Edersee. Ein voller Rehbachstrand, wie selten in dieser Saison. Hunderte, vielleicht auch mehr als Tausend Menschen machten am Samstagnachmittag ihrem Ärger Luft über die Leere in Eder- und Diemelsee zur Haupturlaubszeit.

„Wir waren wohl viel zu lange zu zahm und zu ruhig.“ Für diesen Satz von Landrat Dr. Reinhard Kubat bei der Podiumsdiskussion gab es mit den lautesten Applaus vom Publikum. Auf Transparenten richtete sich die angestaute Wut gegen jene Stelle, die von den meisten für das Dilemma, für Schäden an Wirtschaft und Natur verantwortlich gemacht wird: das Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden, kurz „WSA“. Ein galgenhumoriges Banner interpretierte diese Abkürzung neu mit „Wir Sind Alle!“ „Wutbürger Edersee 21, stopp dem Wasserklau!“ hieß es an anderer Stelle oder „Matschauge statt Blaues Auge“. In Scharen waren die Gäste dem Aufruf der Veranstalter gefolgt, Wasser in Kanistern und Eimern mitzubringen, um es dem darbenden See zu spenden. Bürgermeister Volker Zimmermann füllte Wildunger Helenenheilquelle ein „gegen zu häufiges Wasserlassen“. Schlepperfahrer mit ganzen Fässern und sogar die Bringhäuser mit ihrer historischen Feuerwehrspritze schafften das kostbare Nass heran.Norbert Peil von der Fördergesellschaft Edersee brachte das Gefühl der Gewerbetreibenden auf den Punkt: „Es ist so, als ob man Besucher ins Schwimmbad lockt. Wenn sie dann kommen, zieht einer den Stopfen raus und sagt ihnen: Nun guckt euch mal die Kacheln an!“ (su)

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