Schüler des Gustav-Stresemann-Gymnasiums fühlen sich verpflichtet, zu handeln

„Wir wollen Flüchtlingen Halt geben“

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Lehrer Dr. Johannes Salzig (links) und Schulleiterin Dagmar Ipach (rechts) mit einigen Gymnasiasten, die sich für Flüchtlinge einsetzen; von links Anna-Laura Lippek, Lars Kuswa, Luzie Grell, Lilli Grell, Caroline Wilke, Daniel Wrana.Foto: Andreas Lewen

Bad Wildungen - Gemeinsam lesen, Deutsch lernen oder einfach im Alltag begleiten: Schüler des Gustav Stresemann- Gymnasiums packen vor Ort an und helfen Flüchtlingen aus erster Hand.

Integration und Toleranz sind Themen am GSG: Schüler starteten eine Initiative, die Flüchtlingen helfen soll, sich schneller und besser in ihrer neuen Heimat wohlzufühlen. „Im Sommer nahmen wir Kontakt mit Flüchtlingen auf, um sie für einen Tag in die Schule einzuladen. Sie erzählten den Lehrern und Schülern über ihre Heimat und die Flucht nach Deutschland“, berichtet PoWi Lehrer Johannes Salzig.

Gemeinsam lesen

Für viele Schüler stand ab diesem Zeitpunkt fest: „Wir können helfen und müssen unsere Möglichkeiten nutzen“. Doch wie könnte diese Hilfe aussehen? Die finanziellen Mittel der Schule waren begrenzt, sodass Schüler eine eigene Initiative ins Leben warfen. Mit Unterstützung der Sprachpaten von den Kirchengemeinden wurde der Kontakt hergestellt.

„Ich lese gemeinsam mit einem Flüchtling aus Eritrea ein Buch und erkläre ihm die Wörter, die er nicht versteht“, erzählt Lilli Grell, Schülerin des GSG. Lars Kuswa gibt seit einiger Zeit einen Computerkurs für Flüchtlinge, bei dem sie Grundlagen für den Umgang mit PCs erlernen. „Das ist eine super Truppe! Sie sind motiviert und wollen was lernen“, lobt er. Daniel Wrana bringt es auf den Punkt: „Wir wollen den Flüchtlingen Halt geben.“

Schulleiterin Dagmar Ipach ist begeistert vom freiwilligen Engagement ihrer Schüler. „Sie organisieren ihre Patenschaften selbst und vereinbaren selbstständig ihre Termine. Wir als Schule unterstützen sie natürlich, wenn sie mal Fragen oder Probleme haben“, berichtet sie. Diese Unterstützung könnte sich in Zukunft auch auf die finanzielle Ebene ausweiten: Der Lions Club Frankenberg unterstützt soziale Projekte in der Region und ist auf das Schülerprojekt des Stresemann-Gymnasiums aufmerksam geworden.

Interreligiöser Dialog geplant

Außerdem ist die Schule Mitglied im „Netzwerk für Toleranz Waldeck-Frankenberg“. „Das Schülerprojekt passt da ganz gut rein und vielleicht könnte man von dort finanzielle Unterstützung erhalten“, hofft PoWi Lehrer Johannes Salzig.

Dies ist nicht das erste Mal, dass sich die Schule für Integration und Tolrenz einsetzt: Das Gymnasium bietet schon lange das deutsche Sprachdiplom an. Kürzlich erst habe es ein Junge aus Syrien bestanden und nehme seit dem erfolgreich am Unterricht teil, schildert Dagmar Ipach. Für die Aufnahme von ausländischen Schülern seien regelmäßig Gelder des staatlichen Schulamtes sowie des Ministeriums zur Verfügung gestellt worden. Jedoch könne man aus den Kassen für die Freizeitbetreuung von Flüchtlingen seitens der Schüler keine finanzielle Unterstützung erwarten, ergäntzt die Schulleiterin.

„In näherer Zukunft veranstaltet das GSG einen interreligiösen Dialog“, kündigt PoWi Lehrer Johannes Salzig an. Vertreter verschiedener Religionen treffen sich in der Mensa zu einer Podiumsdiskussion mit Schülern des Gymnasiums, um über religiöse Meinungsverschiedenheiten sowie Toleranz und Anerkennung anderer Religionen zu diskutieren.

Von Andreas Lewen

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