Mehlen

„Xynthia“ füllt das Nasslager auf

- Edertal-Mehlen (höh). Drei Jahre nach dem Orkan „Kyrill“ ist der Bestand an Fichtenholz auf dem Nasslagerplatz beinahe leer gefegt. Sturmtief „Xynthia“ sorgt für neuen Nachschub an Windwurfholz.

Noch wenige Tage, dann sind die Restbestände aus dem Windwurf im Januar 2007 abtransportiert und aufgearbeitet. 86 000 Festmeter aus Staats-, Kommunal- und Privatwald aus den Forstämtern Reinhardshagen, Neukirchen, Vöhl und Melsungen wurden damals mit Holztransportern auf den Nasslagerplatz an der Eder angeliefert und dort dauerhaft mit Wasser besprengt. „Qualität erhalten und den Wertverlust für die Waldbesitzer verhindern“, das nennt Martin-Christian Franke vom Forstamt Vöhl als Ziel der Nasslagerung. Der Sturm überschwemmte den Markt mit Windwurfholz in einer Menge, die die Industrie nicht verkraften konnte. 15 000 Kubikmeter Wasser wurden täglich nach Schätzung von Ulrich Meyer, Betriebsleiter für Dienstleistungen und Hoheit bei Hessen-Forst, täglich umgewälzt. „Beregnet wird in einem geschlossenen Kreislauf“, das Wasser wird in einem Teich aufgefangen und wieder verwendet. Noch sind die letzten Stämme nicht verladen, da durchkreuzt ein neues Sturmtief die Pläne für die beabsichtigte Sanierung des Lagerplatzes. „Xynthia“ blies kräftig durch nordhessische Wälder und ließ jede Menge Fichten purzeln. Rund 53 000 Festmeter neues Lang- und Kurzholz liefern Holztransporter in diesen Tagen und Wochen im Edertal an. Laut Franke handelt es sich um Windwurfholz aus dem Staatswald. Schwerpunkte sind die Forstämter Jesberg, Melsungen und Hessisch Lichtenau, weitere Lieferungen kommen aus Wolfhagen und Neukirchen. Das Forstamt Vöhl ist nicht betroffen, betreibt aber den Nasslagerplatz. „Der einzige größere in Nordhessen, der aktiviert ist“, so Franke. Ein Nasslager für 30 000 Festmeter wird in Frankenberg geführt. Der Platz bei Mehlen liege strategisch günstig unweit der Landesgrenze in der Nähe größerer holzverarbeitender Betriebe. Zu einem Sägewerk nach Brilon ist der Rosenthaler Fuhrunternehmer Wilhelm Klingelhöfer mit einer Ladung der schwarz gewordenen Kyrill-Stämme unterwegs. „Als wir vor drei Jahren das Windwurfholz hier angeliefert hatten, da gab es eine Sondergenehmigung für die Beladung der Transporter. Jetzt holen wir dieselben Stämme nass und viel schwerer ab und erhalten keine erhöhte Ladeerlaubnis mehr“, ärgert sich der Unternehmer. Dafür gebe es verschärfte und häufige Polizeikontrollen, die die Arbeit der Holztransporteure zusätzlich erschwerten.

Kommentare