Kein Public Viewing auf Hauptstraße in Reinhardhausen

Zeitverschiebung und Anwälte stoppen WM

Bad Wildungen-Reinhardshausen - Schweren Herzens hat sich Mandy Hofmann, Betreiberin des Blauen Engels, dazu entschlossen, auf Public Viewing zur Fußball-WM vor der Gaststätte in der Hauptstraße zu verzichten. Das gibt das Wildunger Ordnungsamt in einer Pressemitteilung bekannt.

Durch die Zeitverschiebung fallen viele Spiele der Fußballweltmeisterschaft in die Abend- oder Nachtstunden. Dies führte zu Konflikten mit den Ruhebedürfnissen von Anwohnern, die man in dieser Form bisher nicht kannte. Deshalb habe man von Anfang an geplant, keine Spiele zu übertragen, die nach 22 Uhr beginnen. Außerdem sollten in der Vorrunde Spiele mit Beginn 22 Uhr nur in der ersten Halbzeit mit Ton übertragen werden. Dies hätte fünf Termine betroffen. Die Entscheidungsspiele ab dem Achtelfinale wollte man komplett mit Ton übertragen.

Ausschlaggebend für die Entscheidung war, dass eine Anwaltskanzlei im Namen dreier Anlieger angekündigt hat, eine Genehmigung „mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Rechtsmitteln“ anzugreifen. Diese Anwaltskanzlei geht bereits zivilrechtlich gegen den Betrieb der Gaststätte „Blauer Engel“ vor. In der Gesamtbetrachtung sei Frau Hofmann das unternehmerische Risiko einfach zu hoch, zumal sich die Anzeichen verdichteten, dass sie als Gastwirtin zur Durchführung des Public Viewing dieses Jahr erstmals eine behördliche Entscheidung nach dem Immissionsschutzrecht benötigen wird. Die dies regelnde Lärmschutzverordnung ist zwar angekündigt, aber noch nicht erlassen worden. Sie als Veranstalterin müsse aber jetzt bereits Verträge mit Brauereien abschließen, Material anmieten sowie verlässliches Personal einstellen. Auf Bitten der Stadtverwaltung habe sie wiederholt ihre Entscheidung hinausgezögert. Nachdem ihr aber nun ein attraktives Gebot für das technische Equipment unterbreitet wurde, habe sie sich schweren Herzens zum Verkauf entschlossen. Damit werde es zumindest im Sommer 2014 kein Public Viewing auf der Hauptstraße geben. Mandy Hofmann würdigt abschließend die gute Zusammenarbeit mit Stadtverwaltung, Stadtmarketing, Kur- und Verkehrsverein.

Die Stadt hätte gerne wieder die Hauptstraße für Public Viewing zur Verfügung gestellt. Es sei nicht beabsichtigt gewesen, die zulässigen Lärmgrenzwerte zu verändern. Die Verwaltung könne die Gründe für die Entscheidung zwar nachvollziehen, aber Reinhardshausen verliere eine Attraktion. (r)

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