Wildunger Stadtverordnete lehnen in der Mehrheit Antrag der Grünen auf Zurückweisung ab

Zirkusse mit Wildtieren willkommen

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Zirkusse mit Wildtierprogrammen sind in Bad Wildungen weiterhin willkommen.Foto: Archiv

Bad Wildungen - Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen warb darum, Zirkussen mit Wildtierprogrammen keine Möglichkeit zu einer Aufführung in der Badestadt einzuräumen.

Kassel, Hanau, Potsdam und andere Städte seien schon mit gutem Beispiel vorangegangen, kommentierte Klaus Stützle seinen Antrag in der Stadtverordnetenversammlung. „Zirkusunternehmen mit innovativen Konzepten, bei denen Akrobaten, Jongleure und Clowns ihre Show präsentieren, sind in der Stadt willkommen.“ Ein Zirkus wechsele im Durchschnitt 50-mal seinen Standort. „Die mitgeführten Wildtiere verbringen folglich 100 Tage in engen und dunklen Transportwagen.“ Nicht nur die Bedürfnisse der Zirkustiere, auch das Trainingsgebaren der Dompteure biete Anlass zur Kritik. Peitschen, Elektroschocker und spitze Haken für das Einstudieren von Kunststückchen seien ebenso zu verurteilen, bekräftigte Stützle.

„In Deutschland wird die Haltung von Wildtieren geregelt und kompetent überwacht“, konterte Hedda Schirrmeyer (CDU). Der Antrag der Grünen sei von „deutscher Regelungswut“ geprägt. „Mündige Bürger - und das sind die Bad Wildunger - sind durchaus in der Lage, mit ihrem Besuch oder durch Fernbleiben ihre Zustimmung oder Ablehnung zu bekunden.“

Horst Reis (FWG) betonte: „Einfache Ablehnung hat mit dem Schutz von Wildtieren nichts zu tun, Tierschutz ist aktive Arbeit.“ Die artgerechte Haltung sei durch das Tierschutzgesetz geregelt. Reis forderte vielmehr, „im Zuständigkeitsbereich von Bad Wildungen alle Kontrollfunktionen anzuwenden, denn damit können wir mehr für den Tierschutz tun“. Bürgermeister Volker Zimmermann berichtete, dass in diesem Jahr eines von zwei größeren Zirkusunternehmen sein geplantes Gastspiel in der Badestadt abgesagt habe. Innerhalb einer Woche hätten sich dafür vier kleinere Zirkusse beworben. „Zirkusse, die Wildtierprogramme haben, sind nicht darunter, weil es davon nur wenige gibt.“ Die erforderlichen Genehmigungen seien vorgelegt und keine Beanstandungen festgestellt worden. Da jedoch in der Vergangenheit nicht alle Zirkusse ihrer Pflicht nachgekommen seien, um sich beim zuständigen Veterinäramt zu melden, werde dies die Stadtverwaltung künftig übernehmen.

Der Antrag der Grünen wurde mehrheitlich abgelehnt, dafür stimmten 13 Abgeordnete, 16 votierten gegen den Ausschluss von Zirkussen mit Wildtierprogramm.

Von Conny Höhne

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