Parlament gibt noch keine Zusage für Erhalt des Bundesliga-Handballs in Wildungen

Zitterpartie um die Vipers geht weiter

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Lange Gesichter auf den Zuschauerrängen in der Wandelhalle: Das Parlament segnete nicht die erhoffte Übernahme einer Bürgschaft von 50 000 Euro ab. Der Magistrat soll kurzfristig andere Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung prüfen.

Bad Wildungen - Zwischen Bangen und Hoffen für den Erhalt des Bundesliga-Handballs in der Badestadt: Für einige Handballerinnen und rund 30 Vipers-Fans auf den Zuschauerrängen in der Wandelhalle endeten die Diskussionen im Stadtparlament mit Ernüchterung.

Auf Antrag der CDU soll der Magistrat kurzfristig prüfen, ob eine vorübergehende Liquiditätshilfe gewährt werden kann. Noch vor Weihnachten zeigt sich, ob der städtische Gabensack geplündert wird oder aber fest verzurrt bleibt. Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Nawrotzki übergab die Sitzungsleitung wegen Interessenskonflikt als VfL-Vorsitzender an Stellvertreter Klaus Stützle.

Auch Stadtverordneter Uwe Gimpel, Mitglied einer Sponsorengruppe, die die Vipers retten will, verließ vor den Beratungen die Wandelhalle. Zuvor warb jedoch der Christdemokrat in einer leidenschaftlichen Rede um Unterstützung. „Das Handball-Märchen ist noch lange nicht zu Ende“, prophezeite er.

Aber die Vipers GmbH benötige nach erfolgreicher Abwendung der Insolvenzeröffnung vorübergehende Liquiditätshilfe. Die Rettung ist laut Gimpel durch flankierende Kosteneinsparungen, Outsourcing, neue Sponsoren und Marketing-Events erreicht.

Um den Spielbetrieb weiter zu erhalten, sollte die Stadt dem renommierten Verein kurzfristig mit einer Bürgschaft über 50 000 Euro ab 15. Dezember für ein Jahr zur Seite stehen.

Enttäuschung im Saal Die Mannschaft gehöre zu 51 Prozent dem VfL und sei ein Werbeträger für Bad Wildungen. „Vipers sind Botschafter der Stadt“, betonte Gimpel. Bis zu 30 000 Zuschauer und 1000 Übernachtungsgäste pro Saison belebten Hotels, Pensionen und Einzelhandel. Das Finanzierungskonzept zur Rettung der Vipers sieht laut Gimpel so aus: 60?000 Euro wurden bereits gesammelt, weitere 40 000 Euro sind nahezu in trockenen Tüchern. Weitere 60 000 Euro sind zugesagt. Schließlich fehlen noch 50 000 Euro, die sich die Vipers-Fans von der Stadt Bad Wildungen erhoffen.

„Wir müssen dieses Spiel gemeinsam weiterführen“, forderte Gimpel mit Blick in die Reihen der Stadtverordneten. Dort traf er jedoch nur auf verhaltene Resonanz. „Wir wissen, dass die Vipers Tolles geleistet haben und eine tolle Werbung für Bad Wildungen sind“, bekannte Walter Mombrei (SPD). „Schlecht ist aber: Das Geld fehlt.“

Zurückhaltend gab sich auch Bürgermeister Volker Zimmermann. „Seitens der Kommunalaufsicht und des Landrats hat man uns ins Stammbuch geschrieben, dass wir keine weiteren freiwilligen Leistungen übernehmen dürfen.“ Die Kommunalaufsicht habe bei einer kurzfristig erbetenen Stellungnahme keinen Zweifel daran gelassen, „dass sie das nicht genehmigen wird“. Zimmermann ließ jedoch offen, ob ein Zuschuss auf anderem Wege, wie beispielsweise über eine städtische Trägerschaft, fließen könnte.

Mögliche Modelle soll der Magistrat kurzfristig prüfen und dem Parlament vorlegen, das am 17. Dezember letztmals in diesem Jahr tagt. Bis dahin geht die Zitterpartie weiter. Enttäuscht über den offenen Ausgang verließen die Sportlerinnen und Mitglieder des Vipers-Fanclubs Herzblut nach diesem Tagesordnungspunkt die Sitzung. „Eine Entscheidung unter null“, raunte einer im Hinausgehen. (höh)

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