Edertal

Zweites Doku-Desaster

- Edertal (su). Und wieder hat sich Bürgermeister Wolfgang Gottschalk eine blutige Nase geholt: Im zweiten Anlauf zu einem Doku-Zentrum mit Tourist-Info an der Sperrmauer ließen ihn die Parlamentarier mit großer Mehrheit zum zweiten Mal auflaufen.

Sie fühlten sich erneut überrumpelt, überwiesen das Thema nicht einmal in die Ausschüsse, sondern verlangten von der Verwaltung, „eine kleine, aber feine Lösung auszuarbeiten“, wie es FWG-Fraktionschef Thomas Merle formulierte. Dabei hatten die Wildunger Architekten Karl-Hermann Emde und Sascha Hoffmann für ihren neuen Entwurf von allen Seiten nur Lob geerntet. Die Grundidee: Dort, wo heute auf dem Sperrmauervorplatz das Toilettenhäuschen die Optik prägt, soll für die Edersee-Touristic die neue zentrale Anlaufstelle als Ersatz für die überlaufene, zu kleine „Röhre“ entstehen. Die ET könnte sich auf 150 Quadratmetern angemessen präsentieren, die Gäste informieren und betreuen.Eine Etage tiefer, im Hang, würde das Dokumentationszentrum zur Geschichte des Edersees Platz finden. Der Clou: Große Bullaugen öffnen hangseitig einen einmaligen Blick auf die Sperrmauer, wie man ihn heute nur von der nicht-öffentlichen Betriebs­treppe aus hat, die an den Fuß des Staudamms führt. „ET-Büro und Doku-Zentrum zu kombinieren, senkt Investitions- und Betriebskosten“, warb Architekt Emde. Man brauche nur eine Technik, eine Heizung. Wolfgang Gottschalk schilderte die geschätzten Kosten für das Projekt, und wie er sich die Finanzierung vorstellt. Die Tourist-Info soll 472 000 Euro kosten, das nackte Doku-Zentrum inklusive Platzgestaltung vor dem Gesamtgebäude 1,536 Millionen Euro. Hinzu kämen geschätzte 450 000 Euro für die Ausstellung. „Das hessische Wirtschaftsministerium hat uns eine Förderung über 1,229 Millionen Euro in Aussicht gestellt, wenn wir den Antrag bis zum Sommer einreichen“, erklärte Gottschalk. Landrat Dr. Reinhard Kubat habe Unterstützung in nicht genannter Höhe zugesagt und Eon wolle sich beteiligen, „so dass für die Gemeinde ein Eigenanteil von unter 1 Million Euro verbleibt“, rechnete der Bürgermeister vor.Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Samstag, 8. Mai 2010.

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