Umfangreiche Bauarbeiten im Heringhäuser Haus des Gastes nähern sich ihrem Ende

Gästezentrum und „visonarium“ locken

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In der neu gebauten Tourist-Information im Heringhäuser Haus des Gastes: der Diemelseer Beigeordnete Jürgen Küthe und die Leiterin Maike Breuker.Fotos: -sg-

Diemelsee-Heringhausen - Für Gäste ist Diemelsee um zwei Attraktionen reicher. Die Tourist-Information hat ihre neuen Räume bezogen. Und das „visonarium“ ist für Besucher geöffnet.

Noch arbeiten Handwerker daran, die letzten Lampen zu installieren, „die Beschriftung innen und außen fehlt auch noch“, sagt Maike Breuker von der Tourist-Information. Doch mit ihrem Team hat sie bereits die Arbeit in ihren neuen, lichten Räumen im Haus des Gastes aufgenommen. Holz und Glas dominieren dort. „Es ist ein richtiges Schmuckstück, wir freuen uns sehr daran“, berichtet sie strahlend.

Moderne Architektur

Das Haus hat sein Aussehen gründlich geändert. Wo bis Anfang vorigen Jahres noch der Charme der 1980er-Jahre herrschte, hat moderne Architektur Einzug gehalten. So ist der Eingang mit einem gläsernen Vorbau komplett neu gestaltet worden. Herzstück ist ein gläserner Aufzug, der Besucher barrierefrei in die beiden Etagen bringt. Im Obergeschoss geht es in die Tourist-Information, in eine „Lounge“ für Feriengäste und in die neue Naturerlebnisausstellung „visonarium“. Und im Untergeschoss befindet sich das Hallenbad und ein zweiter Eingang ins „visonarium“. Die Tourist-Information ist in einem rot gestrichenen Anbau untergebracht, für den die ehemalige Terrasse des Restaurants „Seeblick“ weichen musste. Vor zwei Wochen sind die „Kellerkinder“ aus ihrem engen Domizil im Untergeschoss ausgezogen.

Die neuen Räume seien hell und großzügig, „wir haben tolle Möbel, die ein Schreier aus Adorf hergestellt hat“, berichtet Breuker. Am Tresen gibt eine Kollegin gerade einem Ehepaar aus Belgien Ausflugtipps. „Endlich können wir unsere Gäste richtig bedienen“, kommentiert Breuker. In Vitrinen sind Souvenirs aufgereiht, in den Regalen stehen Prospekte und Wanderkarten aus der Region. „Endlich haben wir auch ein Lager“, sagt sie. Und es gibt einen kleinen Besprechungsraum mit Teeküche, der auch als Sozialraum genutzt wird. Breuker hat ein eigenes Büro erhalten.

Neue „Lounge“ für Gäste

Gleich nebenan liegt die neue „Lounge“. In ihr können sich Gäste aufhalten und lesen, Postkarten schreiben oder sich unterhalten. Über einen „Hotspot“ kommen sie mit ihren Geräten kostenlos ins Internet. An einem Touchscreen an der Wand können sich Urlauber über Angebote von Gastgebern, Wettervorhersagen, Ausflugstipps in der Region oder Ereignisse informieren. Eine Büchertauschecke und eine kleine Spielecke für Kinder werden derzeit hergerichtet. Vielleicht wird noch ein Kaffeeautomat aufgestellt.

Tische und Pflanzen fehlen noch, außerdem sollen noch Bilder von Kerstin Schmelter aufgehängt werden. Ihre Schwarzweiß-Bilder sollten „Farbtupfer“ in Rot und Anthrazit erhalten, um die Farbgebung der Fassade aufzugreifen, erklärt Breuker.

Ab nächster Woche soll der Raum geöffnet sein – an Wochenenden von 9 bis 19 Uhr, in der Woche bis 18 Uhr. Wenn das Hallenbad wieder öffnet, steht er bis 22 Uhr offen. Gäste haben einen Blick aufs Schwimmbecken. – Direkt am Aufzug und der Treppe sind die beiden Eingänge zum „visonarium“, der neuen Attraktion des Hauses für Gäste und Einheimische. Motto: „Natur interaktiv sehen, berühren und erleben“. Den Namen haben sich Andreas Witsch und Bernd Henry ausgedacht.

Die Ausstellung solle „dem Naturpark Diemelsee ein Gesicht geben“ und über seine biologische Vielfalt informieren, berichtet Breuker. Schwerpunkte sind das Wasser und der Stausee, der Wald mit seinen Bewohnern und die Menschen der Region. Junge und alte Besucher sollen fühlen, schauen, hören und spielerisch ausprobieren. Erklärungen gibt es auf Deutsch und Niederländisch. Mindestens zwei Stunden hätten Besucher zu tun, berichtet Breuker. „Es gibt unheimlich viel zu machen und zu entdecken.“ Ein solches „Schlechtwetterangebot“ habe bislang gefehlt.

Die Leipziger Ausstellungsmacher von „Unikatum“ hätten die Module mit viel Liebe bis ins kleinste Detail gestaltet. „Es ist toll gemacht und spannend für alle Sinne.“ Schon beim Jubiläumsfest des Naturparks im August sei viel los gewesen. „Viele hatten noch keine Vorstellung“, sagt Breuker. Manche seien skeptisch hineingegangen und begeistert herausgekommen. Ab nächste Woche ist die Ausstellung von Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr geöffnet, an Wochenenden von 10 bis 18 Uhr.

Die Kosten für die neuen Einrichtungen lägen bei rund 1,3 Millionen Euro, berichtet der Beigeordnete Jürgen Küthe. 60 Prozent übernehme die Europäische Union über die „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“: 791000 Euro. Für das „visionarium“ sind 169000 Euro veranschlagt. Zwar habe es beim Bau einige Überraschungen gegeben, aber: „Wir liegen im Kostenrahmen.“ Und die Handwerker hätten gute Arbeit geleistet. „Wir sind sehr zufrieden.“

Während die Handwerker im Obergeschoss noch die letzten Arbeiten erledigen, laufen im Untergeschoss die umfangreichen Sanierungsarbeiten am Hallenbad weiter. Breuker schätzt, dass es ab Frühjahr 2016 wieder zur Verfügung steht.

Von Dr. Karl Schilling

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