Neu gebildeter „Grenzlandchor“ nimmt in der Vasbecker Walmehalle seine Proben auf

„Grenzenlos durch die Nacht …“

Vasbeck - Mehr als 30 sangesfreudige Männer und Frauen aus mehreren Dörfern fanden sich am Mittwoch zum „Grenzlandchor“ zusammen.

„Ihr müsst zum Schluss die Handbremse lösen und es laufen lassen“, erklärt Martin Gerhard und ruft: „Und jetzt mit Freudigkeit…“ Während er in die Tasten seines E-Pianos greift, legt der Projektchor los: „Ich warte schon so lange / Auf den einen Moment /Ich bin auf der Suche / Nach hundert Prozent…“ „So soll es bleiben“ heißt das erste der Lieder, die beim Grenzlandfest erklingen sollen: Vom 11. bis 13. September wollen alle Dörfer rund um Vasbeck Grenzen überwinden und gemeinsam feiern. Und über alle Grenzen hinweg sollen sie gemeinsam singen – im „Grenzlandchor“, der am Mittwoch in der Walmehalle zu seiner ersten „Schnupperprobe“ zusammenkommt. Zwei Drittel der Interessenten sind Frauen. Und die meisten der Versammelten singen schon in Chören mit. Doch das ist ausdrücklich keine Voraussetzung: „Bei uns kann jeder mit viel Spaß mitmachen, auch wenn er keine 100 Jahre Chorerfahrung hat“, erläutert der Vasbecker Dirigent und Organist Gerhard. „Wir wollen uns keinen Stress machen.“ Und er findet: „Man braucht die Noten gar nicht.“ Der Chorleiter teilt die Frauen in zwei Gruppen ein, eine übernimmt die Melodiestimme. „Ihr könnt jederzeit wechseln, da sind wir ganz flexibel“, erklärt er. Die 15 Männer bilden den dritten Block. Nach ein paar Lockerungsübungen – „damit die Stimme warm wird“ – lässt er das Barock-Stück „Nun fanget an, ein gut’s Liedlein zu singen“ als Kanon anstimmen. Und schon leitet er über zum ersten Stück des Chores: Helene Fischers Ohrwurm „Atemlos durch die Nacht“, der zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Schlagern zählt – die deutsche Fußball-Nationalelf hat ihn bei der WM 2014 zum inoffiziellen Mannschaftssong gekürt. Christa Tobien hat den Text extra fürs Grenzlandfest umgedichtet: „Grenzenlos durch die Nacht, spür, was Freundschaft mit uns macht…“ Den Refrain lässt Gerhard als Erstes singen, zunächst nur einstimmig. Er geht Text und Melodie durch. „Singen wir es mal durch, nicht wie ein Chorstück, sondern wie bei einer Feier“, sagt er. „Super, das wird“, urteilt Gerhard und geht weiter zum zweiten Stück, dem 2008 herausgekommenen Hit „So soll es bleiben“ des Berliner Pop-Duos „Ich + Ich“. Es ist etwas komplexer, doch der Dirigent führt den Chor geschickt über die musikalischen Klippen. Wieder beginnt er mit dem Refrain, die Männer und Frauen singen: „So soll es sein, so kann es blieben…“ Dann kommen die Strophen, die im Chorsatz dreistimmig arrangiert sind. Gerhard probt mit den drei Blöcken zunächst separat. „Das klappt schon ganz gut“, befindet er und rät: „Wir dürfen nicht ängstlich sein, wir müssen es raussingen – und jetzt will ich die nicht ängstlichen Männer hören.“ Prompt legen sie los. „Und jetzt noch mal alle zusammen.“ Die Frauen stimmen mit ein. Der Chorleiter strahlt, als er sagt: „Langsam wird’s !“ In den nächsten vier Wochen soll weiter geübt werden. Es sei kein Problem, wenn mal jemand ein, zwei Abende nicht kann, betont Gerhard. Außerdem könnten jederzeit weitere Interessenten einsteigen: „Ihr könnt alle mit herschleifen“, ruft er den Sängern zu. „Es geht um den Spaß, wir wollen mit möglichst vielen auf der Bühne stehen.“ Der „Grenzlandchor“ solle beim Festakt am Freitagabend und beim Gottesdienst am Sonntagmorgen auftreten, erklärt er. Und schon lässt der Dirigent den Kanon vom Beginn vierstimmig singen. „Für ne ,Schnupperstunde‘ reicht das“, verkündet Gerhard nach etwas mehr als einer Stunde und verabschiedet seine muntere Sängerschar mit einer Aufforderung: „Macht ganz viel Werbung.“Die nächsten vier Proben des „Grenzlandchores“ sind jeweils am Mittwoch um 19 Uhr in der Walmehalle. Von Dr. Karl Schilling

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