Mittelpunktschule Adorf: Unterschriften für Elsida gesammelt

Klasse 3c setzt sich für Mitschülerin aus Albanien ein

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Elsida soll bleiben: Die Klasse 3c der Mittelpunktschule Adorf hat 107 Unterschriften gesammelt. Vorne: Elsida (Mitte) mit ihren Freundinnen Sophie (links) und Ermina.

Diemelsee-Adorf. Ein bewegender Brief und 107 Unterschriften: Gemeinsam mit ihren Mitschülern aus der Klasse 3c kämpft Elsida (9) an der Mittelpunktschule Adorf darum, nicht wieder zurück nach Albanien zu müssen.

„Ich war auf dem Weg zu meinem Dienstzimmer“, erinnert sich Jürgen Wohlfart, Leiter der Adorfer Mittelpunktschule, noch genau: Da stand Elsida (9) vor ihm, zwei Mitschülerinnen begleiteten sie. Elsida überreichte ihm einen Briefumschlag, auf dem „Vielen Dank“ stand. Sie sagte, er solle ihren Brief lesen. „Ich hätte das zierliche Mädchen in diesem Moment am liebsten fest und beschützend mit meinen Armen umschlossen“, sagt Wohlfart.

Was Elsida zu Papier gebracht hat, bewegt den Schulleiter noch heute: Das Mädchen beschreibt mit einfachen Worten ihre Angst davor, mit ihrer Familie wieder zurück nach Albanien zu müssen. Elsida bat den Schulleiter, den Brief gemeinsam mit einer Liste mit 107 Unterschriften an „Soziales“ weiterzuleiten. „Sie meint damit das Flüchtlingsamt der Kreisverwaltung in Korbach“, erklärt Wohlfart.

Die Bilder ankommender Flüchtlinge und Tausender ehrenamtlicher Helfer überdecken, dass auch Tausende Hilfesuchende die Bundesrepublik wieder verlassen müssen. Albanien gilt als „sicheres Herkunftsland“. Über vielen Familien, die aus dem Balkanstaat nach Deutschland geflüchtet sind, schwebt das Damoklesschwert der Abschiebung.

Dabei leben viele schon seit Monaten oder gar Jahren in Deutschland. Die Kinder besuchen Schule oder Kindergarten und knüpfen Kontakte, die Eltern finden Arbeit. Sie lernen Deutsch, und gerade die gut in die Gesellschaft eingegliederten Ausländer finden deutsche Freunde – und die können nicht verstehen, warum sie ihre lieb gewonnenen Nachbarn verlieren sollen.

Mehr lesen Sie in der Waldeckischen Landeszeitung vom 28. November 2015.

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