Jubiläum in Heringhausen gefeiert

Der Naturpark von seiner besten Seite

+
Zwecksverbandsvorsteher Thomas Trachte (l.) hält die Urkunde zum Jubiläum des Naturparks in den Händen. Dessen Erfolg sei ein Gemeinschaftswerk auch mit anderen Vertretern der Politik und den Naturparkbotschaftern.

Diemelsee-Heringhausen - Was hat der Naturpark Diemelsee zu bieten? Der Festakt zum 50-jährigen Bestehen gab in gleich mehreren Bereichen Antworten auf diese Frage: Es ging um den Verband, die Natur und die Menschen in ihr.

Landschaftsschutz und -pflege, Naturschutz, die Sicherung der touristischen Infrastruktur und Umweltbildung: Thomas Trachte, Zwecksverbandsvorsteher des Naturparks Diemelsee, fasst dessen Aufgaben zusammen und zieht zum Jubiläum ein Fazit: „Wir sind sehr weit gekommen“. Dr. Karl Schneider, Landrat des Hochsauerlandkreises, lobt die Erholung, die er Einwohnern und Gästen biete. Dr. Michael Arndt, Präsident des Verbands Deutscher Naturparke, hat zum Jubiläum eine Urkunde dabei und spricht von einem Park, der hält, was er verspricht. Und Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf fasst den Sinn des Naturparks zusammen: „Die Aufgabe ist, Natur zu erhalten, aber auch erlebbar zu machen.“

Zum 50-jährigen Bestehen des Parks lernen Besucher des Festakts in Heringhausen viele seiner Seiten kennen. Das beginnt mit der Landschaft: Am Morgen beginnt eine Sternwanderung zum Diemelsee. Auf dem Gewässer im Herzen des Parks fahren später die gesammelten Ehrengäste auf der MS Muffert: Sie erkunden ein Stück der Natur, grüßen Wassersportler und Sonnenanbeter und sinnieren über mögliche Bibervorkommen.

Hören und lachen

Da ist das „Festival der Instrumente“ am Haus der Gastes bereits in vollem Gange. Musiker aus dem Naturpark und darüber hinaus spielen. Janina Filippi zeigt als erste, was in einheimischen Musikern steckt - wegen einer Operation überlässt sie das Gitarrespielen ausnahmsweise einem Freund und konzentriert sich auf das Singen der gefühlvollen Stücke. Ihr folgt der Korbacher Songwriter Basti Hamel, Caro Groß und die Diemelhörner machen den ersten Block komplett.

Naturparkbotschafter Jürgen Bangert witzelt über dicke Bäuche und kleine Hunde, Höhepunkte sind aber seine Scherzanrufe als „Elvis Eifel“. Auf der Bühne überzeugt er etwa einen Imbissbesitzer von der Einführung des Etiketts „Die EU-Gesundheitsminister warnen: Pommes machen fett“. Schlagersängerin Conny Engel mischt sich unters Publikum, DJ Benzzon vermengt bekannte Lieder mit Elektro- und Rap-Stücke zu neuer Partymusik, bevor die komödiantische Rockgruppe „Kapelle Petra“ auftritt. Den Abschluss vor dem Feuerwerk macht „Wildlive“.

Schlemmen und lernen

Auf dem Markt mit zwölf Ausstellern aus dem Naturpark und der Nachbarschaft wird Leckeres von Wurst und Wein bis Honig und Apfelsaft probiert und gekauft. Aber auch zu lernen gibt es viel, vor allem am Stand des NABU. Dieser informiert über Flora und Fauna und verteilt das Buch „Artenvielfalt im Naturpark Diemelsee“, einen Katalog von 3000 Arten. „Wenn man nicht weiß, was vorkommt, kann man es auch nicht schützen“, erklärt Mitautor Wolfgang Lehmann. Anschaulich sind die präparierten Tiere: mehrere Fledermäuse sowie ein Rotmilan und ein Schwarzstorch, die Unfällen zum Opfer fielen. Quicklebendig sind hingegen Malayenkauz, Wüstenbussart und Weißkopfseeadler bei der Greifvogelschau des Willinger Tierparks.

Was den Naturpark derzeit umtreibt, erklärt Thomas Schröder, Vorsitzender der Verbandsversammlung, während der Schifffahrt: zum einen der Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit, zum anderen die Umweltbildung, vor allem mit Naturparkschulen in Adorf, Usseln und Giershagen. Hinzu kommt der Biotopverbund, der von Klimawandel bedrohten Arten das Ausweichen in höhere Gefilde ermöglichen soll. „Das Königsprojekt“, nennt Trachte ihn.

Von Wilhelm Figge

8925192

Kommentare