Eigentümer investieren weiter in die Modernisierung von „Göbels Seehotel“ in Heringhausen

„Wellnesshotel“ in neuem Ambiente

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In der neu gestalteten Lobby des „Seehotels“: Marion Arens vom Marketing der Göbel-Gruppe, Hoteldirektor Andreas Witsch, Geschäftsführerin Stephanie Göbel und Miteigentümer Otto Wilke.Foto: -sg-

Diemelsee-Heringhausen - Kräftig investiert wird derzeit in „Göbels Seehotel“ am Diemelsee. Zimmer und der gesamte Empfang wurden erneuert, für Kinder gibt es neue Attraktionen.

Ein heller Raum in einem modernen Design mit Blick auf den See, Clubsessel in dezenten Farben: „Es ist sehr akkurat geworden“, urteilt Hoteldirektor Andreas Witsch und lässt seinen Blick durch die neu gestaltete Bar schweifen. In der Lobby und in den Fluren hängen mehr als 60 Fotos von Kerstin Schmelter, die Designerin Petra Schuster aus Bad Wildungen hat sie bearbeitet. Alle haben einen Bezug zum Diemelsee. Auch die Rezeption ist völlig neu gestaltet.

Stammgäste merken gleich, dass sich im Haus einiges getan hat, und die Arbeit geht weiter. Für Geschäftsführerin Stephanie Göbel gilt es, den Anspruch des „Seehotels“ herauszustreichen: „Wir sind ein familiengeführtes Wellnesshotel für Familien.“

Seit 1986 in Betrieb

1986 hatte der Bad Arolser Hotelier Helmut Fitz das Haus mit Ferienwohnungen eröffnet. Entstanden sei es als Bauherrenmodell mit damals rund 50 Eigentümern, berichtet Otto Wilke - der ehemalige Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion und Kreisbeigeordnete hatte sich auch beteiligt. Zwei Jahre später kam ein zweiter Trakt hinzu.

Nach Fitz‘ Insolvenz übernahm 2002 ein Unternehmer aus Bad Wünnenberg das Hotel, seit April 2007 gehört es zur Willinger Gruppe Göbel-Hotels. Sie ist Miteigentümerin und Betreiberin. Der Komplex liegt direkt am Diemelsee, er hat 55 Doppelzimmer und 14 Appartements. Im vorigen Jahr verzeichnete das Vier-Sterne-Hotel 30 140 Übernachtungen, für August ist eine Auslastung von 80 Prozent angestrebt.

Göbels Einstieg sei eine Zäsur gewesen, beschreibt Wilke. Die inzwischen noch 15 Miteigentümer hätten endlich wieder Perspektiven gesehen, „alle sind bereit zu investieren“. Denn die Erfahrungen auch in Heringhausen zeigten: Wo die Qualität stimme, „läuft es“.

Das deckt sich mit der Philosophie von Gert Göbel: „Er legt Wert auf die Qualität und den hohen Standard seiner Hotels“, sagt Marion Arens vom Marketing der Hotelgruppe. Er reise viel und sei immer bestrebt, Trends an seine 13 Häuser weiterzugeben - um seinen Gästen „immer was Neues zu bieten“. Und er sei bereit zu investieren. „In Heringhausen war ein Investitionsstau vorhanden“, urteilt Göbel, „wir mussten handeln.“

Bereits im Sommer 2010 war für rund 6000000 Euro die Wellness-Landschaft „Sea Side“ erweitert worden. Witsch erläutert die jüngsten Arbeiten. Schon im vorigen Dezember hatten die Renovierungsarbeiten begonnen, 25 Zimmer wurden hergerichtet, die Teppichböden erneuert. „Alles im laufenden Betrieb“, erklärt Witsch, der seit 2002 im Haus ist. Zwei Tage vor Weihnachten seien im Restaurant „Seaside“ eine dunkel wirkende Holzballustrade entfernt und dafür eine Steinwand errichtet worden.

Weiter ging es im Januar mit der Modernisierung von zwölf Bädern - Fliesen, Abflüsse, Abluft, Brandschutzvorrichtungen: Alles wurde erneuert.

Der nächste Bauabschnitt folgte im Juni: Weil immer mehr Familien Zimmer buchen, entstand am Hotel in Ständerbauweise das geräumige hölzerne Spielhaus „Sharkie Island“ für Kinder. Sie können sich dort bei Regenwetter mit verschiedenen Geräten und Spielen vergnügen, ein Streichelzoo wird noch eingerichtet. Auf dem Platz vor dem Haus entstand ein Abenteuerspielplatz mit Piratenschiff.

Im Hotel wurden im Juli in nur zwei Wochen die Rezeption und die Hotelbar komplett neu gestaltet. „Die Arbeiten fielen mitten in die Hauptsaison, das war eine Herausforderung“, berichtet Witsch. Ankommende Gäste wurden unter Sonnenschirmen im Freien empfangen. „Sie fanden das alle gut“, erklärt Stephanie Göbel. Noch hergerichtet werden sollen Wege zum Ufer hinunter. „Wir versuchen, den Diemelsee immer mit einzubeziehen“, betont sie.

Die Aufträge gingen an heimische Handwerker, mit denen die Göbel-Gruppe schon lange zusammenarbeitet. „Das ist ein schönes Zusammenspiel“, sagt Witsch. Investitionssumme allein für diesen Sommer: rund eine halbe Million Euro.

Im Herbst soll auch das Restaurant „Seaside“ von Küchenchef Herbert Grebe renoviert werden, das Buffet wird erneuert, die beiden Gasträume werden „optisch aufgefrischt“. Auch die überdimensionierten Toiletten aus dem Jahr 1986 werden umgebaut. Im bisherigen Herrentrakt werden neue Sanitärräume für Männer und Frauen und ein Behinderten-WC eingerichtet, der frei werdende Raum wird als „gute Stube“ für Feiern mit bis zu 15 Gästen dienen. „Bis Weihnachten wollen wir fertig sein“, erklärt Witsch.

Für Otto Wilke steht fest: „Wir brauchen die Zusammenarbeit mit Willingen.“ Der Diemelsee sollte sich unter den Marken Willingen und Sauerland vermarkten, findet er. Im Gegenzug könnten die Nachbarn ihre Urlauber auf die Attraktionen des nahen Sees aufmerksam machen. Das „Seehotel“ habe auch Gäste aus Willingen und dem Sauerland, betont Göbel. „Der Diemelsee hat noch unheimlich viel Potenzial“, findet sie. Er habe einen großen „Spaßfaktor“ für Urlauber: „Da könnte man noch viel draus machen.“

Von Dr. Karl Schilling

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