Balken aus Rhoder Abbruchhäusern werden Kunstobjekt

Auferstanden aus Ruinen

+
Eine riesige Bank aus Balken abgerissener Häuser am Burggraben ist ein Ergebnis des vom Land Hessen geförderten Kunstprojektes mit Schülern und Flüchtlingen.

 Wie aus einem Haufen alter Balken ein tolles Kunstwerk entstehen kann, haben 15 Kinder und Jugendliche aus Diemelstadt im Rahmen des „WegZeichen“-Projektes vorgemacht.

Schmunzeln und Staunen löste die Riesen-Baumelbank, das Ergebnis der zweiwöchigen Kunstaktion, bei den Besuchern der Abschlusspräsentation auf dem Paradebett aus.

Auf dem Platz hinter dem Rhoder Schlossgarten hat die Sitzgelegenheit aus alten Balken ihren vorläufigen Aufstellungsort gefunden.

Fünf Jahre hatten die Eichenbalken aus den abgebrochenen Burggraben-Häusern neben einer Scheune gelagert, waren Wind und Wetter ausgesetzt. „Ein Viertel davon war Ausschuss“, erzählt Sigrid Römer. Die Vorsitzende des Vereins Historisches Ortsbild Diemelstadt hatte 2011 die Lagerung der alten Balken vorgeschlagen.

 Beeindruckt von der Kunstaktion „Ich bleibe“, die die Künstlerin Ilka Raupach im vergangenen Frühjahr im Schlosshof begleitet hatte, entstand die Idee, auch den Eichenbalken im Gemeinschaftsprojekt eine neue Funktion zuzuweisen. Die Leitung übernahm neben Ilka Raupach der Künstler Burkhard Bumann-Döres. Beiden ist es gelungen, neben Kindern und Jugendlichen aus Rhoden junge Flüchtlinge in das Projekt zu integrieren.

 Darunter Abraham aus Eritrea, der sich mit seiner Schnitzkunst an einem der vertikalen Balken verewigte und auch an seine Odyssee übers Meer erinnert.

„Es war toll zu erleben, wie sich Kinder, Altbürger und Neubürger zusammen auf den Weg gemacht haben, um Wegzeichen zu setzen“, fasste Pfarrerin Claudia Engler ihre Eindrücke der Kunst- und Bauaktion zusammen.

Die evangelische Kirchengemeinde war neben der Stadt Diemelstadt und der Schlossbergschule Kooperationspartner des federführenden Vereins Historisches Ortsbild. Im Rahmen des Modellprojekts „Kulturkoffer“ wurde das Rhoder Kunstprojekt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert.

Dabei setze man „auf Ressourcen, die man vor Ort hat“, erklärte Johanna Ruhl von der Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen und schloss sich Römers Dank an alle Engagierten vor Ort an. 

 Die teilnehmenden Jugendlichen jedenfalls sind nicht nur stolz auf ihre Bank, sie finden sogar zu zwölft nebeneinander auf der gigantischen Sitzfläche Platz. Den Ausblick vom Paradebett bis zum Quast können sie noch bis zum Ende ihrer Sommerferien genießen. Dann soll über den endgültigen Aufstellungsort der Bank aus alten Balken entschieden werden. (sim)

Kommentare