Diemelstädter Bürgermeister zur Kritik des Steuerzahlerbundes

"Unsägliche Diskussion über Wohncontainer"

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Diemelstädter Bürgermeister weist Kritik des Steuerzahlerbundes an angeblich übereiltem Kauf von Mobilheimen für Flüchtlinge (hier in Volkmarsen vor der Brandstiftung durch Unbekannte) zurück. )

Diemelstadt. Als unsäglich bezeichnete der Diemelstädter Bürgermeister Elmar Schröder die vom Steuerzahlerbund geäußerte Kritik über die leerstehenden Wohncontainer für Flüchtlinge im Kreis Waldeck-Frankenberg.

17 Kommunen hatten 2015 auf dem Höhepunkt des Zustroms von Asylsuchenden 86 Mobilheime gekauft, von denen nur zehn zur Nutzung angeschlossen wurden.

Großer Zeitdruck

Die Bürgermeister mussten damals sofort 1000 Flüchtlinge unterbringen, so Schröder beim Interkulturellen Sport- und Begegnungstag. Der Ministerpräsident hätte gesagt, dass nach Verteilung der ersten 1000 Asylsuchenden weitere 1000 hätten untergebracht werden sollen.

Als die Hallen in Korbach, Gemünden und Mengeringhausen als Unterkünfte bezogen worden seien, habe er, Schröder, schon Pläne für die Nutzung der Kreissporthallen in Rhoden und Wrexen sowie der Lindenhalle in Wethen in der Schublade gehabt – der Sportbetrieb wäre zum Erliegen gekommen und Karneval in Wrexen nicht möglich gewesen.

"Top-Idee"

Die 17 Kommunen haben beim Kauf der Wohncontainer für 1,27 Millionen Euro solidarisch gehandelt: „Eine Top-Idee.“ Dankbar seien die Bürgermeister dafür, dass dann auch so viele private Unterkünfte für Familien vermietet worden sein. Das hält auch der Vorsitzende des TV Rhoden, Reiner Friele, für wichtig.

Flüchtlinge kaufen Haus

Inzwischen sei es einer Flüchtlingsfamilie sogar gelungen, ein leerstehendes Haus in Rhoden zu kaufen. Friele sieht die Zuwanderung auch als Chance für die Belebung der Stadtteile: „Viele Häuser stehen leer, da könnten doch die einziehen, die Wohnraum brauchen, und die Stadt sollte sich für solche Immobilien ein Vorkaufsrecht sichern“, schlägt der TV-Vorsitzende vor. (ah)

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