Diemelstädter Strategie zur Flüchtlingsunterbringung

Integration funktioniert besser in Mietwohnungen

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Sprachschule für Flüchtlinge in Wrexen.

Diemelstadt. Die Stadt Diemelstadt hat nach Auskunft von Bürgermeister Elmar Schröder zur Unterbringung weiterer Flüchtlinge drei so genannten Mobile Homes beim Landkreis reserviert. Diese würden jedoch nicht sofort benötigt, weil der Magistrat eine andere Strategie verfolge.

Aktuell habe Diemelstadt mit etwa 120 Flüchtlingen eine Quote von zwei Prozent erreicht. Daher müssten nun alle Gemeinden und Städte nach einem gleichen Verteilungsschlüssel Zuweisungen bekommen, ausgenommen die Städte die ein Erstunterkunft haben, so Schröder.

Diemelstadt verfüge seit Jahren über ein Gemeinschaftunterkunft in Wrexen und viele private Wohnobjekte. Die Strategie gehe dahin, möglichst alle Flüchtlinge in kleinen Einheiten unterzubringen. Das sei zwar viel Arbeit für Verwaltung und Bauhof. Bei Wohncontainern liege der Aufwand nicht so sehr im Wohnraumbeschaffen, sondern in der Aufgabe, eine Gruppe von über 25 Personen an einer Stelle zu betreuen.

Schröder: „Wir bauen eine zweite Sprachschule mit ehrenamtlichen ergänzenden Angeboten in Rhoden auf. Unterkunft ist eins, sinnvolle Beschäftigung und Kontakt zu den Bürgern das andere.“

Der Magistrat habe drei große Container geordert und den Auftrag an Ortsbeirat Rhoden und Bauverwaltung gegeben, drei Standorte in Rhoden zu ermitteln, weil Wrexen bereits einen großen Anteil erbracht habe und der Magistrat zunächst nicht in die Dörfer gehen wolle. Dagegen spreche eine schlechte Verkehrsanbindung für Sprachschule und Jobs. Die reservierten drei Mobile Homes sollen möglichst als letztes geliefert werden und zunächst am Bauhof abgestellt werden, denn vor einer endgültigen Standortfestlegung müsse zunächst die Kommission Zuwanderung und der Magistrat Anfang November beraten.

Wenn Diemelstadt ausreichen Mietwohnraum findet - und danach sehe es derzeit aus - sei die Diemelstadt bereit, anderen Kommunen, die keinen Wohnraum finden, vor dem Winter diese Wohncontainer zur Verfügung zu stellen.

Schröder abschließend: „Ich werde sehr genau darauf achten, dass in der kommunalen Familie jeder seine Last trägt. Dass gilt im Außenverhältnis in Waldeck-Frankenberg, aber auch im Innenverhältnis unserer neun Ortsteile. Ich habe das in den Sitzungen beim Landrat kundgetan und weiß, dass man an einer gleichen Belastung für alle arbeitet.“

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