Haupt- und Ehrenamt greifen bei der Flüchtlingsbetreuung ineinander

Viele Kümmerer gesucht

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Ehrenamtliche und hauptamtliche Flüchtlingsbetreuer arbeiten in Wrexen Hand in Hand. Organisiert wird in Wrexen alles über Dr. Hans-Jürgen Römer vom Heimat- und Museumsverein. Auf städtischer Ebene koordiniert die hauptamtliche Mitarbeiterin Maria Schmidt.

 Diemelstadt-Wrexen. „Die Situation hat sich hier keiner ausgesucht. Aber wir tun alle unser Bestes, damit das Ergebnis für alle gut wird.“ So beschreibt Bürgermeister Elmar Schröder die Anstrengungen der vielen ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuer, des Magistrates und der neuen hauptamtlichen Flüchtlingskoordinatorin. 

Maria Schmidt aus Wrexen wurde vom Magistrat kurzfristig mit einer 25-Stunden-Stelle beauftragt, um die vielfältigen Bemühungen zur Integration der aktuell 137 ausländischen Flüchtlinge im Stadtgebiet zu bündeln und zu ergänzen. Während sich in Rhoden ehrenamtliche Helfer um Pfarrerin Claudia Engler um den Betrieb der „Schatzkammer“ mit ihren gebrauchten Kleidern sowie die Sprachkurse im Dorfgemeinschaftshaus kümmern, leisten in Wethen die Bewohner des Laurentiuskonvents beinah eine Eins-zu-eins-Betreuung.

In Wrexen hat der Heimat- und Verkehrsverein das ehemalige Ladenlokal der Bäckerei an der großen Kreuzung zur Anlaufstelle für die 90 Flüchtlinge im Dorf gemacht. Hier werden Hilfen bei Behördengängen ebenso angeboten wie Deutschunterricht und verständnisvolle Gespräche.

Dr. Hans-Jürgen Römer bemüht sich mit seinem Team um die Vermittlung von Praktikums- und Arbeitsplätzen für die ausländischen Neuankömmlinge. Einzelne helfen im städtischen Bauhof aus. Aber auch in der Pappenverarbeitung gibt es Anlernjobs.

Neun Arbeitsverhältnisse konnten bereits zum Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde vermittelt werden. – Ein erster Erfolg. Aber es gibt auch Rückschläge wie etwa den Fall des engagierten Pakistani mit vielen Fremdsprachenkenntnissen, der aus formalen Gründen des europäischen Dublin-Abkommens erst noch einmal mit einem Ryan-Air-Billigflug zurück nach Rom muss, um dann vielleicht wieder nach Wrexen geschickt zu werden, wo seine Mithilfe willkommen wäre.

Enttäuscht berichtet Dr. Römer auch von einer bestens integrierten mazedonischen Familie, die ihr Kind wieder aus der Wrexer Schule nehmen musste, um dann freiwillig auszureisen, um mit einem Arbeitsvisum wieder einreisen zu können. Unendlich viel Bürokratie Überhaupt die Bürokratie: Unendlich viele Geschichten können Dr. Römer und seine Mitstreiter von unnötigen Hemmnissen bei der Arbeitsverwaltung berichten.

Umso schöner sei es, dass die Stadtverwaltung Diemelstadt helfe, wo sie nur könne. Dazu gehöre auch die Einstellung einer hauptamtlichen Flüchtlingskoordinatorin. Maria Schmidt hat zwar jeden Tag nur eine Stunde Sprechstunde in Wrexen und Rhoden. Dafür aber ist sie viele Stunden zu persönlichen Gesprächen in den Flüchtlingswohnungen unterwegs. Dabei geht es um für die Hiesigen so selbstverständliche Dinge wie Mülltrennung, energiesparendes Heizen und Wohnungshygiene.

Maria Schmidt nimmt sich die Zeit, macht klare Ansagen und sorgt dafür, dass die Regeln der Vermieter auch eingehalten werden. Es gibt tausend Dinge zu tun. So verwundert es nicht, dass sich die ehrenamtlichen Helfer noch mehr ehrenamtliche Helfer wünschen. Gebraucht werden Kümmerer mit Lebenserfahrung und Sprachkenntnissen

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