Haarrisse im Sprungbrett nach nächtlicher Schwimmbadparty

Mehr Glück als Verstand

Diemelstadt-Wrexen. - Der Sprungturmakrobat, der sich Anfang Juli während der Party im Wrexer Steinberg ins benachbarte Freibad stürzte, hatte mehr Glück als Verstand, stellt Bürgermeister Elmar Schröder nach Auswertung der Überwachungskamera fest und warnt dringend vor Nachahmern.

In den frühen Morgenstunden des 5. Juli hatten sich zahlreiche junge Besucher des Steinberg Openair Abkühlung im nahegelegenen Freibad der Stadt gesucht. Der Zaun wurde gestürmt, und eine nicht genau zu beziffernde Anzahl an Partygästen erfrischte sich bei sommerlichen Temperaturen.

Problematisch ist dabei für die Verantwortlichen der Stadt die Haftungsfrage für den Zaun und ein nicht mehr einsatzfähiges Sprungbrett, das aufgrund von Haarrissen ausgetauscht werden muss. Das Sprungbrett hatte ein Besucher in akrobatischer Form an seine Belastungsgrenze gebracht. Der Springer war auf den ca. 1,5 Meter hohen Handlauf geklettert, um eine besonders hohe Flugbahn zu bekommen.

„Der junge Mann kann von Glück sagen, dass ihm nichts passiert ist, denn zu diesem Zeitpunkt, um 5 Uhr morgens, waren die Pumpen aufgrund der vielen Blätter und Äste ausgefallen, die das abendliche Unwetter in Wrexen in das Becken geweht hatte.

Deshalb war deutlich weniger Wasser im Becken und durch den hohen Sprung wäre auch der nicht so tiefe Beckenbereich erreichbar gewesen“, so Bürgermeister Elmar Schröder.

Der Magistrat habe daraufhin umgehend eine neue Zaunanlage in Auftrag gegeben und wird in Zukunft keine größere Veranstaltung am Steinberg mehr ohne Überwachung des Bades durch Security zulassen. Und auch die Polizei sei über den Sachverhalt informiert worden.

„Alle, die leichtfertig über solche Vergehen sprechen, unterschätzen die Haftungsfragen, die auf die Verantwortlichen zukommen. Erst im vergangenen Jahr war am Viehmarktfreitag ein Kind aus einem Karussell gestürzt, und auch der tragische Vorfall beim Schützenfest in Marsberg zeigt die Dimension der Verantwortung. Fernsehteams, Facebook-Fotos und selbsternannte Experten gibt es dann viele“, so Schröder weiter.

Zum Steinberg Openair kann der Bürgermeister berichten, dass es zahlreiche Gesprächstermine mit den Veranstaltern gegeben habe, die aufgrund ihrer professionellen Organisation gezeigt hätten, dass auch in Diemelstadt ein tolles Event im Sommer möglich ist.

Die zerstörten Blumenkästen in der Ortslage wurden vom Veranstalter auch bezahlt, so der Rathauschef. (r)

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