Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir in Rhoden

Neue Energien für die Wende

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Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir (2.v.r.) besuchte das Verbands-Energie-Werk Gesellschaft für Erneuerbare Energien auf Schloss Rhoden. Von links: Landrat Dr. Reinhard Kubat, MdL Daniel May, Prokurist Stefan Kieweg, MdL Jürgen Frömmrich, VEW- und EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller und rechts im Bild Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf.

100 Prozent des in Hessen benötigten Stromes und der Wärme sollen 2050 aus erneuerbaren Energien erzeugt werden.

 Ein ehrgeiziges Ziel, das nach Aussage von Energieminister Tarek Al-Wazir nicht nur durch den Ausbau entsprechender Kraftwerke, sondern auch durch Sparen und die effizientere Energienutzung erreicht werden könne.

Mit einem Zuwachs von jeweils 200 Megawatt 2014 und 2015 sei Hessen auf einem guten Weg, sagte der Minister auf Einladung der Grünen im Kreis Waldeck-Frankenberg in den Räumen des Verbands-Energie-Werks (VEW) auf Schloss Rhoden.

Bei der Neuinstallation von Anlagen, die mit erneuerbarer Energie betrieben werden, nehme das Bundesland den siebten Platz in Deutschland ein und habe damit Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern überholt.

Der Landkreis sei vorbildlich bei der Energiewende. Diese bedeute eine Wertschöpfung vor Ort durch Arbeitsplätze, etwa im VEW, oder durch die Einnahmen aus Gewerbesteuern und Pachten für die Kommunen.

 Für dieses Jahr ist der Anschluss des Windparks in Gemünden an das Netz vorgesehen, so VEW-Geschäftsführer Stefan Schaller. Und das Ederwehr bei Fritzlar wird mit einer Wasserkraftschnecke zur Erzeugung von Strom für 170 Haushalte ausgerüstet, wobei die Fische problemlos den Fluss durchwandern können.

Doch um das hoch gesteckte Ziel der Vollversorgung aus erneuerbaren Energien zu erreichen, muss nach Aussage von Al-Wazir die Hälfte des Primärenergieverbrauchs reduziert werden. Der Minister der schwarz-grünen Landesregierung machte deutlich, dass derzeit noch für 70 Milliarden Euro Energieträger nach Deutschland importiert werden müssten.

 Angesichts des endlichen Angebotes fossiler Brennstoffe und der steigenden Nachfrage weltweit sei eine Energiewende notwendig. In Hessen stehe die Verdoppelung des derzeitigen Anteils von zwölf Prozent bei den mit erneuerbaren Energien betriebenen Kraftwerken und Anlagen zur Wärmerzeugung an: „Ein sportliches Ziel“, räumt der Minister ein.

Immerhin sei es gelungen, bei einem Wirtschaftswachstum von zwei Prozent 2014 in Hessen den Energieinsatz zu senken, stellte der Minister bei seinem Besuch hoffnungsvoll fest.

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