Mehr Sicherheit mit Diemelstädter Baumkataster

Pappeläste brechen wie Glas

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Das Baumkataster für Wethen wurde in der Ortsbeiratssitzung vorgestellt.

Neue Wege zur Überwachung des städtischen Baumbestandes geht die Stadt Diemelstadt mit einem Baumkataster. Erste Informationen gab es dazu in Wethen.

Ortsvorsteher Volker Thöne hieß in der Sitzung viele Bürger, Vertreter anderer Ortsbeiräte und der städtischen Gremien willkommen. Dabei wurde das von der Firma BFFL Schmidt für Wethen fertiggestellte Baumkataster vorgestellt. Planer Detlef Schmidt stellte zunächst anhand einer Präsentation vor, wie die Ersterfassung der Bäume und die notwendigen Regelkontrollen in den Folgejahren ablaufen müssen. Anhand von Fotos konnte er aus vorangegangenen Projekten aufzeigen, dass oftmals äußerlich vital scheinende Bäume durch Pilzbefall von innen völlig gefault sind, so dass die Standsicherheit nicht gewährleistet ist.

Aber auch das Totholz in den Baumkronen macht dem städtischen Bauamt oftmals Sorge, sind doch in der Vergangenheit altes Äste aus den Kronen abgebrochen. Bisher hat sich die Stadt nur von Fall zu Fall mit akuten Gefährdungen beschäftigt, so dass alle gespannt sind, wenn allein für die 122 Wethener Bäume die notwendigen Pflegemaßnahmen in finanziellen Aufwand hochgerechnet werden, der im Haushalt der Stadt zu berücksichtigen ist. Kritik kam aus der Bevölkerung über die Abholzung von Pappeln, die zwar bei Wind Äste verloren hätten, jedoch prägend gewesen wären. Gerade bei Pappeln seien die Äste brüchig wie Glas, daher habe das Bauamt wegen der Verkehrssicherungspflicht diese Bäume fällen lassen. Ähnliches sei in der Nähe von Hesperinghausen an der Kreisstraße vom Land NRW auch veranlasst worden. "Ob wir wollen oder nicht, wir werden um die Verkehrssicherungspflicht nicht herum kommen, denn die Menschen erwarten Sicherheit an Friedhöfen, Schulen, Kindergärten, Spielplätzen, Straßen und Plätzen. Diese Erwartung ist  höher, als im Außenbereich im Feld, Wald und auf Wanderwegen", so Bürgermeister Elmar Schröder.

Deshalb müssten nach der Ersterfassung des gesamten Stadtgebietes Regelkontrollen vorgenommen werden. "Wir brauchen mehr Know-How und Erfahrung in der Verwaltung.", so Schröder, der aus seiner Paderborner Zeit den Aufbau und die Bedeutung eines Baumkatasters kennt.

Damit die zahlreichen Eigenschaften eines Baumes (Lagebestimmung über GPS, Art, Alter, Zustand) zur Verfügung stehen, werden die erfassten Daten in das geographische Informationssystem (GIS) der Stadt eingespeist. Außerdem wurden Erika Melcher, Ulrich Volke und Jörg Vahle vom Bauamt und Baubetriebshof in einer dreitägigen Schulung in Kassel für das Baumkataster und die Kontrollen geschult, so dass eine Begutachtung fachgerecht auch seitens der Stadt erfolgen kann. Anhand einiger Bäume rund um die Lindenhalle zeigte Planer Detlef Schmidt mit seiner Baumerfasserin und mithilfe des mobilen Erfassungssystems den zahlreichen Interessierten die Besonderheiten bei der Beurteilung der Bäume auf.

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