Hauptzeuge aus Wrexen widerruft seine Aussage 

Verfahren wegen Raubes eingestellt

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Verfahren wegen Raubes in Kassel eingestellt

Mit einer Freiheitsstrafe mussten zwei junge Männer aus Diemelstadt bei einem Prozess in Kassel wegen schweren Raubes und Körperverletzung   rechnen. Das Gericht  unter Vorsitz von Richter Jürgen Dreyer stellte aber das Verfahren gegen Auflagen vorläufig ein. 

Der Geschädigte und Hauptzeuge, ein 28-jähriger Asylbewerber aus einer Gemeinschaftsunterkunft in Wrexen, hatte nämlich bei der  Verhandlung am Montag vor der 10. Strafkammer des Landgerichts  einen Teil seiner Aussagen vor der Polizei widerrufen.

 So erklärte er, die Angeklagten fälschlicherweise beschuldigt zu haben, ihm 50 Euro entwendet zu haben, um sich an ihnen zu rächen und sie zu schädigen. Das Gericht zweifelte ohnehin die Glaubwürdigkeit des Zeugen an.

 Die Angeklagten hatten den Zeugen am Nachmittag des 28. November 2014 auf einem Wirtschaftsweg bei Wrexen verfolgt. Dabei kam es zu einer Rangelei, der Zeuge und einer der Angeklagten stürzten zu Boden.

 Der Geschädigte hatte dadurch eine Schürfwunde und eine Prellung erlitten. Der Hauptangeklagte soll ihn außerdem mit einem Brotmesser bedroht und zur Herausgabe von zehn Euro aufgefordert haben. Dieses Geld schuldete der 28-Jährige angeblich dem Bruder des späteren Hauptangeklagten.

Offenbar bestanden die Männer aber nicht auf der Herausgabe von Geld. Dreyer erklärte darum, für die Kammer komme bei dem 21-jährigen Angeklagten kein schweres Vergehen, sondern lediglich ein freiwilliger Rücktritt von einem versuchten Raub in Betracht. 

 Außerdem wurde dem einen Angeklagten ein Einbruchdiebstahl in eine Lagerhalle in Rhoden vorgeworfen. Dieser gab die Tat zu, er habe lediglich gebrauchte Werkzeuge im Wert von 250 Euro entwendet.

Dem anderen 20-jährigen Angeklagten könne man lediglich psychische Beihilfe zu einer Bedrohung vorwerfen, stellte Dreyer fest.

 Beide Angeklagte war zur Tatzeit noch keine 21 Jahre alt. Der Vertreter der Jugendgerichtshilfe plädierte, nachdem er die Lebensläufe der beiden aus schwierigen Familienverhältnissen stammenden Männer sehr detailliert dargestellt hatte, dafür, das Jugendrecht anzuwenden und schlug die Auflagen vor.

Die Kammer legte fest, dass das Verfahren endgültig eingestellt wird, wenn die beiden Angeklagten 100 bzw. 40 Stunden gemeinnützige Arbeit geleistet haben.

 Das Verfahren war schon einmal im August letzten Jahres anberaumt worden, die Waldeckische Landeszeitung berichtete. Damals war der Hauptangeklagte nicht erschienen.

 Er sei nicht aus dem Bett gekommen, erklärte er zu seiner Entschuldigung. Dies ahndete das Gericht mit einer Geldbuße von 30 Tagessätzen zu zehn Euro. (mm)

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