Jäger stellten den Tieren nach

Alle Edertaler Rinder bis auf eins erlegt - es ist verschollen

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Fast ein Jahr lang führten ausgebrochene Rinder (hier ein Foto von vergleichbaren Exemplaren) aus Edertal ein Leben wie in freier Wildbahn. Es ist vorüber.

Edertal. Rund ein Jahr ist es her, dass eine Herde von Fleischrindern den Zaun ihrer Weide zwischen Bergheim und Lieschensruh durchbrach und den Weg in die Freiheit fand. Auf Anfrage vermeldet die Gemeinde Edertal, dass inzwischen alle bis auf ein Exemplar erlegt sind.

Seit März stellten eigens lizenzierte Jäger mit großkalibriger Munition dem verbliebenen Dutzend Tiere nach, bei denen es sich zumeist um Mischlinge auf der Grundlage schottischer Hochlandrinder handelte. 

Zuletzt zwei in Königshagen 

Zuletzt wurden zwei der Rinder vor vier Wochen bei Königshagen tödlich getroffen. Sie zählten zu den Grenzgängern, die ihr Streifgebiet in den vergangenen Monaten bis nach Naumburg und weiter ausgedehnt hatten. Auch im Nachbarkreis gingen deshalb Waidleute mit spezieller Erlaubnis auf die Pirsch, um die Tiere zu schießen. Ein Rind fehlt in der Endabrechnung. 

Der Gemeinde liegen seit Wochen aber keine Berichte mehr über eine entsprechende Sichtung vor. Vielleicht verendete es auf natürliche Weise und seine Überreste werden irgendwann gefunden. Oder es hat sich, bislang unbemerkt, einer zahmen Herde angeschlossen. 

Jäger verwerten Fleisch 

Wichtig aus Sicht der Gemeinde ist: Die Tiere wurden zwar zur Gefahrenabwehr geschossen, aber es gelang darüber hinaus, ihr Fleisch zu verwerten. Die lizenzierten Jäger ließen es für den Eigenverbrauch verarbeiten. Damit befindet sich der Abschuss zu 100 Prozent im Einklang mit dem Tierschutzgesetz, auch dann, wenn jemand Zweifel an der Gefahr hegt, die von den Tieren für Menschen hätte ausgehen können. Das Gesetz verbietet das Töten von Tieren „ohne vernünftigen Grund“.

Mehr über die geflüchteten Rinder lesen Sie in der Waldeckischen Landeszeitung vom 4. August 2016.

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