Edertaler Gemeindevertretung beschließt Kooperationsvereinbarung

GmbH übernimmt beim Abwasser die Regie

Edertal - Zur ordnungsgemäßen Entsorgung ihrer Abwässer haben sich viele Kommunen zu Zweckverbänden zusammengeschlossen oder ihren Abwasserbetrieb an einen Kooperationspartner übertragen. Diesen Schritt will nun auch die Gemeinde Edertal zunächst für ein Jahr gehen.

Die Gemeindevertretung beschloss in ihrer jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit eine Kooperationsvereinbarung zur Betriebsführung mit der Korbacher Lahn-Eder-Diemel Abwasser GmbH (LEDA).

Abwasserentsorgung gehöre zu den kostenträchtigsten Aufgaben der Kommunen, sagte Bürgermeister Klaus Gier. Das gelte insbesondere auch für Edertal als Flächenkommune mit 13 Ortsteilen und rund 6400 Einwohnern. Aufgrund der Anforderungen zur Unterhaltung und des Betriebs von drei Kläranlagen, zwölf Regenbecken, elf Regenentlastungen, Stauraumkanälen und einem Kanalnetz von rund 100 Kilometer Länge sei eine optimale Steuerung des Abwasserbetriebs durch eine kleine Verwaltung aber nicht immer in vollem Umfang gewährleistet, so der Rathauschef. Prüfungen ergaben, dass eine Zusammenarbeit mit den Städten Bad Wildungen und Waldeck nicht sinnvoll oder möglich ist. Edertal konzentriert sich deshalb nun zunächst auf die LEDA GmbH, deren Geschäftsführer der frühere Vöhler Bürgermeister Harald Plünnecke ist.

Mit der Übergabe der Betriebsführung – die drei Mitarbeiter im Abwasserbereich bleiben in Diensten der Gemeinde – ist laut Gier gleichzeitig eine Reorganisation vorgesehen. Das Ziel: einen rechtssicheren Betrieb herstellen, die Personaleinsatzplanung verbessern und Arbeitsabläufe optimieren. Dafür zahlt die Gemeinde in den Haushaltsjahren 2015 und 2016 rund 48 000 Euro. Der Schritt wurde von einer großen Parlamentsmehrheit begrüßt. SPD-Fraktionschef Karl-Heinrich Neuschäfer: „Wir profitieren vom Fachwissen und können auf Dauer Kosten einsparen.“

Gunst der Stunde

Die Gemeinde will den niedrigen Edersee-Wasserstand nutzen und die 40 Jahre alte Wasserleitung zwischen Scheid und Rehbach erneuern. Die Arbeiten kosten 40 000 Euro, bei normalem Wasserstand wären sie 20 000 Euro teurer. Das Parlament bewilligte das Geld als außerplanmäßige Ausgabe. (sch)

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