Der Zielpegel der Weser von 1,20 Meter bei Hann. Münden reicht für sichere Schifffahrt plötzlich nicht mehr aus

Neuer Streit ums Wasser des Edersees in Sicht

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Das Wasser- und Schifffahrtsamt hat die Abgabe aus dem Edersee deutlich erhöht auf 27 Kubikmeter pro Sekunde. Was der vollen Talsperre in diesem Jahr kurz vor Ende der Hauptsaison nicht weh tut, könnte ihr in trockenen Jahren mehr abverlangen als je zuvor, um die Oberweser schiffbar zu halten.

Edersee. Das trifft den Nerv der Edersee-Fans: Muss die Talsperre bald noch mehr Wasser an die Weser abgeben?

Das Wasser- und Schifffahrtsamt berichtet von Schiffen auf der Oberweser, die trotz nassen Sommers gefährliche Berührungen mit dem Flussgrund verzeichneten. Als Akuthilfe erhöhte das Amt den Zielpegel bei Hann. Münden auf 1,27 Meter statt bisher 1,20 Meter. Es ist nicht auszuschließen, dass diese oder eine vergleichbare Steigerung auf Dauer eingeführt wird, um die sichere Schiffbarkeit der Oberweser zu gewährleisten. Was wird in wasserarmen Jahren dann aus dem Edersee? Muss er noch mehr Wasser abgeben? Diese Frage lässt sich derzeit seriös weder bejahen noch verneinen. Das Amt hat umfangreiche Messungen in Auftrag gegeben, um Ursachen und Zusammenhänge der beobachteten Probleme zu ergründen. Möglicherweise hat die Weser bei Hann. Münden im Laufe der Jahre viel Sand und Kies abgelagert. Klar ist aber, dass trotz der momentan vollen Talsperre  die Diskussionen am blauen Auge Waldeck-Frankenbergs  wieder aufflammen werden. Dabei war erst 2015 das Modellprojekt für wasserarme Jahre gestartet worden. Um den See länger voller zu halten, sollte der Pegel bei Hann. Münden in Trockenzeiten auf 1,15 Meter abgesenkt werden.

Mehr in der WLZ vom 18.8.2016

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