Ursache für schweren Unfall mit Anhänger Mitte März zwischen Affoldern und Hemfurth-Edersee laut Polizei geklärt

1,2 Tonnen zu viel Bauschutt

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Der Anhänger war beladen mit 3,7 Tonnen Bauschutt.

Affoldern. 3,7 Tonnen Bauschutt statt der maximal erlaubten 2,5 Tonnen auf dem offenen Anhänger sind die Ursache für den schweren Unfall, der sich am 15. März zwischen Affoldern und Hemfurth-Edersee ereignete.

Das teilt Marco Mörschler von der Wildunger Polizeistation nach Abschluss der Ermittlungen mit. Fahrer und Beifahrer des SUV-Gespanns waren damals schwer verletzt worden.

Laut ersten Aussagen geschah das Unglück, nachdem der Fahrer einen Radler überholt hatte. „Den Überholvorgang gab es tatsächlich, der Radfahrer hat sich bei der Polizei gemeldet“, bestätigt Mörschler. Doch das Manöver sei längst abgeschlossen gewesen, als das Gespann von der Straße schleuderte und sich das Auto überschlug.

Auto nicht zu schnell

Der Fahrer sei keineswegs zu schnell unterwegs gewesen, sondern mit einem Tempo zwischen 60 und 70 Stundenkilometern, fügt der Polizeibeamte hinzu. Allerdings betrug die Stützlast auf der Anhängerkupplung 210 Kilogramm statt der erlaubten maximal 98. Folge: Der Wagen war im Verhältnis zu leicht, musste zwangsläufig den Kontakt zum Asphalt verlieren und samt Hänger außer Kontrolle geraten. „Der Unfall war keine Folge des Überholens und wäre wohl auch so passiert“, meint Mörschler.

Hinzu kam, dass der Führerschein des Fahrers die Erlaubnis zum Führen eines Gespanns nur sehr begrenzt abdeckt. Beifahrer ohne Gurt Wer heute in Deutschland eine Fahrprüfung B ablegt, darf zwar auch ohne zusätzlichen Schein einen Anhänger nutzen, jedoch nur bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht des Gespanns von 3,5 Tonnen. Sprich: Baum- und Strauchschnitt zur Deponie fahren geht, mit dem Wohnwagen reisen nicht.

Der damals stationär wegen seiner Blessuren behandelte Fahrer hat das Krankenhaus längst wieder verlassen. Der Beifahrer erlitt ungleich schlimmere Verletzungen. „Es steht fest, dass er nicht angeschnallt war“, betont Mörschler. Beim Überschlag des Autos prallte der Mann daher mit dem Kopf gegen das Dach und brach sich den zweiten Halswirbel.

Ein zufälliger Zeuge auf dem Fahrradweg nebenan – ausgebildeter Krankenpfleger und Kursleiter für Weiterbildungen in Notfallhilfe – reagierte sofort und richtig. Er rettete dem Verunglückten das Leben.

Auf Weg der Besserung

Inzwischen ist auch der Beifahrer nach Informationen der Polizei auf dem Wege der Besserung in einer Reha-Klinik. Arme und Beine könne der Mann demnach wieder bewegen.

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